Hand aufs Herz: Wem kommen die folgenden Sprüche so oder so ähnlich aus der Schulzeit bekannt vor? „Hör' auf, meine Tochter im Unterricht abzulenken!“, „Jungs haben eh meistens nur Blödsinn im Kopf.“ oder „Kunst, Musik und so sind doch eh so Mädelsfächer. Ich mach' lieber Mathe oder Bio.“

Der eine oder andere wird jetzt vielleicht still in sich hineingrinsen, aber die neue Vorsitzende der Kultusministerkonferenz bzw. nordrhein-westfälische Schulministerin Sylvia Löhrmann nimmt die Unterschiede zwischen Jungs und Mädchen im Unterricht sehr ernst. Die Grünen-Politikerin sähe gern eine Geschlechtertrennung in Schulfächern, wo es einen besonders sichtbaren Unterschied im Lernerfolg zwischen Schülerinnen und Schülern gibt. Dazu zähle etwa die Mathematik. Das wurde zuletzt in der neusten Pisa-Studie festgestellt, bei der herauskam, dass Jungs den Mädchen im Schnitt etwa ein halbes Schuljahr voraus sind. Mädchen dagegen machen häufiger das Abitur und sind in anderen Fächern wiederum besser.

Da die Grünen aktuell nicht zuletzt wegen Glanzlichtern wie dem Konzept „Veggie-Day“ (aus dem Gott sei Dank nie etwas wurde) ja eher als Verbotspartei bekannt sind, sei hier mal Entwarnung gegeben: Es soll keinen Entwurf zu reinen Jungen- oder Mädchenschulen geben, sondern viel mehr soll innerhalb von normalen Schulklassen dafür gesorgt werden, dass beide Geschlechter unter sich lernen, etwa bei Gruppenarbeiten.

Damit, so Löhrmann, ließen sich die Unterschiede besser ausgleichen. Das entspricht ohnehin einem anhaltenden Trend, beide Geschlechter separat zu fördern. Die frühere Familienministerin Kristina Schröder von der CDU richtete in ihrem Ministerium etwa nach Jahren reiner Mädchen- und Frauenförderung auch ein Jungenreferat ein.

Noch ist allerdings unklar, ob die Idee je in die Tat umgesetzt werden wird, auch wenn es laut Pisa realistisch wäre.