„Wovon träumst du nachts?“ – den Spruch hat jeder Mann sicherlich nach einem gescheiterten Anmachversuch bereits einmal gehört. Von Waffen, Gewalt und Sex, wenn es nach den Erkenntnissen von Schlafforschern geht. Frauen träumen nachts von Gefühlen und Klamotten. Der Grund für die unterschiedlichen Träume ist jedoch nicht nur der biologische Aspekt.

Warum wir eigentlich träumen, weiß jedoch niemand. Das Einzige, was sicher ist, ist die Tatsache, dass unser Gehirn im Schlaf weiterarbeitet, genau wie das Herz – aus nachvollziehbaren Gründen. Bereits seit den 50er Jahren finden Schlafbefragungen statt, bei denen sich viele Probanden nicht einmal mehr an ihre Träume erinnern können. Grundsätzlich erinnern sich Frauen im Durchschnitt jedoch eher an ihre Träume. Männer träumen deutlich häufiger von Aggressionen, Waffen, Sexualität und Situationen, die sich daraus ergeben. Frauen geistern nachts eher Kleidung sowie zwischenmenschliche Konflikte und Emotionen durch den Kopf.

Der Grund für die Träume ist der Alltag. Dieser schleicht sich nämlich nachts heimlich in unsere Traumfantasien. Da Männer auch tagsüber generell öfters in Sexfantasien schwelgen, tauchen diese auch nachts in den Träumen auf. Shopping spielt im Alltag der Frau eine größere Rolle als beim Mann, weshalb diese eher dazu neigen, vom Einkaufen zu träumen.

Nicht nur unser Alltag spiegelt sich im Traum wider, sondern auch unsere Ängste. Die typische Variante: das Fallen während des Schlafes. Aber auch das einfache Verfolgtwerden, Zuspätkommen oder Nacktsein. Für viele ist auch das Thema Tod ein übler Traumgeselle. Was Forscher wissen und durch Messungen nachweisen können: Frauen haben unter deutlich mehr Alpträumen zu leiden als Männer.

„Wir können auch von Dingen träumen, die wir noch nie erlebt haben“, sagt Psychologe Michael Schredl. Träume sind also keine reinen, zusammengewürfelten Erinnerungen, die wir nachts verarbeiten. Dies hat mit der Kreativität des Träumers zu tun. „Wer [im Wachzustand] sehr kreativ ist, hat auch kreativere Träume“, so Schredl.

Die Welt des Traumes ist noch recht undurchsichtig und selbst Schlafforscher und Psychologen zerbrechen sich über Themen wie REM-Phasen und luzides Träumen die Köpfe. Von den schlaflosen Nächten ganz zu schweigen. Einen Keks bekommt übrigens derjenige, der beim Lesen des Textes nicht ein einziges Mal an Christopher Nolans „Inception“ denken musste.

Quelle: Focus