Wenn Menschen durchdrehen, dann ist kein Verstand mehr da, der noch über Folgen des Handelns nachdenkt. Nirgendwo erlebt man das häufiger als im Straßenverkehr, weshalb das Internet auch von einer Überzahl sogenannter „Road Rage“-Videos überflutet wird. Die Nummer aus diesem Video mit einem Schulbus dürfte aber selbst in dieser Parade an verkehrstechnischen Aggro-Ausfällen die Krönung darstellen.

Leverne Doran aus Nottingham, Maryland hängt auf der Motorhaube des Vehikels, sehr zum Leidwesen des Fahrers und zur Unterhaltung der Kinder. Die klingen alles andere als terrorisiert, während der Rentner mit seiner Faust immer wieder die Motorhaube des Vehikels traktiert und dabei „Öffne die Tür!“ brüllt. Zeitgleich erklärt ihm der hörbar entnervte Fahrer des Schulbusses, dass eher die Hölle zufriert, als dass er dem streitsüchtigen Rentner die Pforten zu unbescholtenen Kids auftun würde: „Ganz sicher nicht! Runter vom Bus. Los, runter!

Schrei-Fahrt bis zum nächsten Revier

Ich lasse mich fallen!“, brüllt Mr. Doran in seiner Zwangslage, worauf der Fahrer ein: „Gut. Tu das ruhig!“ vom Stapel lässt. Doch wie war es zu der Situation gekommen? Doran behauptet, dass beide Fahrzeuge während einer Rotphase nebeneinandergestanden hätten und jemand – höchstwahrscheinlich ein Schüler – eine Flasche auf sein Auto geworfen habe. Der Rentner stieg daraufhin aus, hämmerte gegen die Bustür und verlangte, eingelassen zu werden. Da ein Busfahrer mit einer Ladung fremder Kinder wohl kaum die Verantwortung dafür übernehmen kann, einen schreienden, aggressiven Fremden in das Fahrzeug zu lassen, verweigerte er dies.

Stattdessen fuhr der Bus an, als die Ampel auf Grün schaltete – was den Rentner dazu verleitete, sich an die Kühlerhaube und den Außenspiegel zu hängen. Solcherart zockelte das brüllende Gespann im Schritttempo bis zum nächsten Polizeirevier. Polizei-Sergeantin Andrea Bylen gegenüber dem Sender WBAL-TV zu dem Vorfall:

Zum Glück war einer unserer Beamten gerade in der Gegend, er hatte dienstfrei – er schaltete sich rasch ein und half. Er kam herüber [dorthin, wo der Bus vor dem Revier gehalten hatte] und trennte die streitenden Parteien. Kurz darauf wurde der Verdächtige ohne Widerstand festgenommen.“ Hätte Mr. Doran sich einfach nur die Nummer des Busses notiert und später Anzeige erstattet, statt sich schreiend auf eine Busladung Kinder zu werfen, wäre die Sache für ihn sicher besser ausgegangen. Jetzt wartet eine (verdiente) Verhandlung auf den Kinderschreck.