Respektlose Selbstinszenierung oder Versehen?: Frau setzt sich im BH auf Holocaust-Mahnmal – Eine Frau, die sich fotografieren lassen wollte, hat nun, was sich gemeinhin viele wünschen: Eine gewisse Berühmtheit, wenngleich nicht von der Sorte, die wohl irgendjemand wollen dürfte. Sie posierte auf dem Holocaust-Mahnmal in Berlin – und erntet seitdem nicht eben wenig Kritik.

Das Video wurde unter anderem auf dem TikTok-Konto „@influencersinthewild“ geteilt und zeigt die Frau, die in Leggings und einem schwarzen Sport-BH auf einem der Zementquader der Gedenkstätte sitzt. Von Passanten bekam sie dafür negative Kommentare – weil das Mahnmal wörtlich „Denkmal für die ermordeten Juden Europas“ heißt und weltweit als solches bekannt ist.

„Ein Ort der Erinnerung“

Die 2711 Zementblöcke verschiedener Höhe sollen an die Opfer des Holocaust erinnern und werden auf der Touristik-Webseite Berlins „Ein Ort der Kontemplation, ein Ort der Erinnerung und der Warnung“ bezeichnet. Seit Bekanntwerden ihrer Aktion wurde das Video der Frau bereits mehrere zehntausend Mal kommentiert.

Der Tenor der meisten dieser User ähnelt dabei den Kommentaren der Passanten vor Ort: „Ich bin schockiert, mir fehlen einfach die Worte“. „Ich hätte sie unterbrochen und ihnen gesagt, dass sie gehen sollen“, schreibt jemand anderes. Doch es fanden sich auch Personen, welche die Frau und ihren Fotografen verteidigten: „Sie macht doch nur ein Foto … ihr geht zu weit.“

„Es ist wie eine katholische Kirche […]“

Tatsächlich sagte Architekt Peter Eisenman 2017 in einem Interview zu dem von ihm konzipierten Denkmal: „Die Leute sind schon immer auf diesen Säulen herumgesprungen. Sie sonnen sich, sie essen dort zu Mittag, und ich finde das in Ordnung. Es ist wie eine katholische Kirche, es ist ein Treffpunkt, Kinder laufen herum, sie verkaufen Schmuck. Eine Gedenkstätte ist etwas Alltägliches, sie ist kein heiliger Ort.“

'Don't do this, ever.'

Posted by LADbible on Monday, November 1, 2021

Quelle: ladbible.com