Das Thema Rauchverbot hat die öffentliche Diskussion auch 2019 fest im Griff – diese Entscheidung eines europäischen Landes dürfte allen, die dann und wann einem Glimmstängel frönen, daher kaum gefallen: Denn in Schweden ist seit dem 1. Juli ein neues Gesetz in Kraft getreten, das es Rauchern untersagt, in Straßencafés zu rauchen sowie in Restaurants die Außenanlagen oder den Gehsteig vor Gebäuden für eine Kippe zu nutzen.

Egal ob vor der Tür eines Restaurants, vor Banken, Behörden oder Läden – es darf nicht mehr geraucht werden und Betreiber dürfen auch keine Aschenbecher mehr aufstellen. Auch auf Spielplätzen und eingezäunten Sportanlagen herrscht strenges Rauchverbot. Das gleiche gilt für jede Form von Haltestelle, die schnelle Zigarette, während man auf einen Zug wartet oder darauf, dass Bus oder Taxi eintreffen, gehört damit der Vergangenheit an.

Raucher sind also angehalten, die Augen offenzuhalten, bewusste Abstände von mehreren Metern zu all den genannten Bereichen sind angebracht, wenn man eine Zigarette rauchen möchte. Oder Dampfen – denn sämtliche Verbote betreffen auch E-Zigaretten. Die Verantwortung für die Einhaltung der Verordnung liegt bei den Betreibern der Geschäfte und Lokalitäten.

Gastronomen oder Geschäftsführer, die aus Kundenfreundlichkeit in Sachen Rauchen doch mal die eine oder andere Kippe durchgehen lassen, haften dafür.

Mehr noch, sie sind angehalten, bei rauchender Kundschaft die Polizei zu verständigen – manche Kommunen in Schweden fordern gar, direkt Anzeige gegen die Raucher zu erstatten. Kein Wunder also, dass es auch Gegenwind im Land gegen das strenge Gesetz gibt.

Die liberale Partei reagierte mit einer eindeutigen Aktion am Vorabend, bevor das Verbot in Kraft trat: Der Parteivorsitzende Joar Forssell verkleidete sich als Zigarette und rauchte in einem Straßencafé in Visby auf der Insel Gotland vom frühen Abend bis zum Inkrafttreten um Mitternacht Kette – als asthmakranker Nichtraucher, wohlgemerkt. Forssell dazu:

„[…] Hier geht es mir um die persönliche Freiheit, die durch das Gesetz eingeschränkt wird. Jedes Restaurant sollte selbst entscheiden können, welche Regeln gelten.“ Manchen Kommunen geht all das noch nicht weit genug, im nordschwedischen Umeå wandelte sich mit Inkrafttreten des Gesetzes die ganze Innenstadt zur rauchfreien Zone, da so viele überlappende Verbotsbereiche gar nichts anderes mehr zuließen.
Nur noch 7 Prozent der Schweden sind Raucher – auch für sie soll bis 2025 Schluss sein, dann will das ganze Land sich rauchfrei erklären.

Quelle: bild.de