Man sieht sie beklemmt in den ihnen zugewiesenen Ecken hocken, dem steten Bombardement verächtlicher Blicke all derer ausgesetzt, die nicht so sind wie sie. In Restaurants, Zügen und auch am Flughafen in winzige Zonen eingepfercht, damit sich nicht all jene belästigen, die da rein und sauber sind. Wenn überhaupt, denn immer mehr dieser Opfer zunehmend heftigerer Hetzkampagnen werden drinnen schon gar nicht mehr geduldet und sind gezwungen, ihr Dasein frierend in Regen und Kälte zu fristen. Und so wie es aussieht, ist das alles gerade mal der Anfang dieser neuen Form der Apartheid. Denn bald droht die Säuberung ganzer Städte von dem vermeintlichen Übel, das sich da Raucher schimpft …

Einleitung zu radikal? Ach, wir blödeln doch nur rum. Ganz im Gegensatz zum Düsseldorfer Gesundheitsdezernenten Andreas Meyer-Falcke, der tatsächlich vorhat, seine gesamte Stadt rauchfrei zu machen. Also, zumindest den öffentlichen Raum. Und ja, das schließt mit ein, was man gemeinhin „draußen“ nennt!

Ex-Bürgermeister von Neuss: Das grenzt an Hexenjagd!

Anlass für dieses Vorhaben ist die Tatsache, dass die Landeshauptstadt Nordrhein-Westfalens von der Weltgesundheitsorganisation WHO zur „Gesundheitsstadt“ ernannt wurde. Ein Titel, dem man mit allen Mitteln gerecht werden möchte. Entsprechend findet am 14. Dezember eine große Gesundheitskonferenz statt, zu der neben Politikern auch Mitglieder der Ärztekammer und Vertreter der Krankenkassen geladen sind. Ganz oben auf der Liste steht die Erstellung der sogenannten „Road Map Nichtrauchen“, welche wohl das totale Rauchverbot auf öffentlichen Freiflächen wie Parks, Schwimmbäder, Haltestellen, oder Fußgängerzonen zum Ziel hat. Mit dieser Form der Prävention will man das Rauchen nicht nur verbieten, sondern aus den Köpfen der Leute verbannen. Aus den Augen, aus dem Sinn quasi.

Andreas Meyer-Falcke wirbt für sein Vorhaben mit den Worten: „Es geht doch eigentlich darum, dass junge Menschen erst gar nicht mehr mit dem Rauchen anfangen." Außerdem sollen weitere Kampagnen auf den Weg gebracht werden, welche Rauchern das Entsagen erleichtern sollen. Doch es gibt auch kritische Stimmen, allen voran die des ehemaligen Neusser Bürgermeisters Herbert Napp, der das alles für Blödsinn hält.

Langsam muss mal Schluss damit sein. Wenn ich eine legale Droge kaufe, will ich sie auch legal konsumieren können. Was mit den Rauchern gemacht wird, grenzt für mich langsam an eine Hexenjagd!

Quelle: express.de