Rauchverbot auf der Arbeit, vor Cafés & Kneipen: Erste englische Stadt will Freiluft-Konsum untersagen – In Zeiten zunehmender Rauchverbote ist es ein Bild, an das sich die meisten längst gewöhnt haben: Wer Tabakwaren konsumieren oder „Dampfen“ gehen möchte, verlässt eine Kneipe, das Restaurant oder Café, und geht dazu nach draußen. Doch selbst hier will die erste Stadt in Sachen Rauchverboten noch einen Schritt weitergehen – und auch das Rauchen unter freiem Himmel vor solchen Stätten untersagen. Wie auch auf der Arbeit.

Die Pläne der englischen Stadt Oxfordshire sind dabei bereits weit fortgeschritten und ziehen als konkrete Vorschläge in mögliche Regelungen der Kommune ein – bis 2025 soll die ganze Region rauchfrei werden, wenn es nach Beamten und Politik geht.

Der von Beamten für öffentliche Gesundheit 2020 beschlossene Vorstoß ist laut der Zeitung „Oxford Mail“ bereits „in Gang“

Die Strategie des Landkreises beinhaltet die Schaffung von mehr Umgebungen, in denen sich die Menschen zum Nichtrauchen „befähigt“ fühlen. Ein Mitglied des Stadtrates ersuchte diesen unter anderem darum, alle neuen Gehweg-Lizenzen für die Außengastronomie verpflichtend rauchfrei zu halten und dies an eine Auflage zu binden.

Zudem fordern die Beamten Arbeitgeber auf, ihre Mitarbeiter vom Rauchen vor Büros und Fabriken abzuhalten und neue Rauchverbotsbereiche in Pflaster-Essbereichen einzurichten

Der Direktor für öffentliche Gesundheit in Oxfordshire, Ansaf Azhar, nannte die Strategie „Spiel auf Zeit“ für eine Änderung der Rauchkultur, in der Hoffnung, dass auf Tabakprodukte zurückzuführende Erkrankungen somit verhindert würden.

Vor dem Gremium für die Partnerschaft zur Verbesserung der Gesundheit der Region sagte Azhar:

„Es geht nicht darum, den Leuten zu sagen, dass sie nicht rauchen sollen. Es geht darum, etwas zu bewegen und eine Atmosphäre zu schaffen, in der das Nichtrauchen gefördert wird und die Menschen dazu befähigt werden. Aber das geht nicht über Nacht.“

Der die Strategie leitende Gesundheitsbeamte Dr. Adam Briggs fügte hinzu:

„Wir haben hier einen Zustand, der ganz und gar eine kommerziell bedingte Ursache für Tod und Krankheit darstellt.

Es ist unmöglich, in Sachen Tabakkonsum auf der falschen Seite der Geschichte zu stehen.“

Rauchergruppen kritisieren den Vorstoß auf das Schärfste, unter ihnen eine Kampagne mit Namen „The Freedom Organisation for the Right to Enjoy Smoking Tobacco“ (Forest). Übersetzt: „Die Freiheitliche Organisation für das Recht auf den Genuss von Tabakrauch“.

Forest-Direktor Simon Clark fand deutliche Worte:

„Es geht die Stadtverwaltung nichts an, wenn Erwachsene rauchen, und wenn diese während der Arbeitszeit draußen rauchen, ist das ihre Sache und die ihres Arbeitgebers, nicht die der Stadt.“

Der Vorstoß ist Teil der Pläne, Oxfordshire 2025 komplett rauchfrei zu gestalten – die offizielle Definition der englischen Regierung für den Begriff „rauchfrei“ bedeutet, dass weniger als fünf Prozent der Bevölkerung eines Landkreises Tabakwaren irgendeiner Art konsumieren. Laut „Good Morning Britain“ (s. Video unten) haben sich in dem Land bereits die Stadträte von fünf Städten solchen Plänen angeschlossen.

Quelle: ladbible.com