Der weltweite Kampf gegen die Nikotinabhängigkeit geht nach Australien auch in Europa in die nächste Runde: Laut neuen Plänen der englischen Regierung soll die Kanalinsel ab 2030 vollkommen rauchfrei werden. Momentan raucht dort laut offiziellen Zahlen noch jeder sechste Erwachsene, auch wenn die Zahl der schwangeren Raucherinnen zum ersten Mal in der Geschichte gesunken ist. 

Eine neue Initiative der britischen Gesundheitsbehörde NHS legt bald jedem Raucher, der in ein Krankenhaus eingeliefert wird, nahe, die Angewohnheit aufzugeben. Dem Land entstehen jährlich durch mit dem Tabakkonsum verbundene Gesundheitsprobleme Schäden in Höhe von elf Milliarden britischen Pfund (umgerechnet ca. 12,29 Milliarden Euro).

Das neue Regierungspapier sieht allerdings nicht vor, dass die Tabakindustrie für diese Schäden zur Kasse gebeten wird.

In dem Dokument heißt es:

„Dank unserer konzertierten Anstrengungen in Bezug auf das Rauchen haben wir heute eine der niedrigsten Raucherquoten in Europa mit weniger als einem von sechs Erwachsenen. Für die 14 Prozent der Erwachsenen, die noch rauchen, bildet es jedoch das Hauptrisiko für die Gesundheit.“ Und weiter:

„Die Fortschritte bei der Eindämmung des Tabakkonsums sind hart erkämpft worden, und es gibt noch viel zu tun. Für die 14 Prozent der Erwachsenen, die noch nicht rauchfrei sind, ist das Rauchen die Hauptursache für Krankheit und vorzeitigen Tod sowie für die Ungleichbehandlung. Deshalb will die Regierung diese Aufgabe zu Ende bringen.“ Junge Menschen sollen sogar bis 2025 vom Rauchen abgebracht werden.

Die Zahl der ab-15-jährigen Raucher soll bis dahin von acht auf drei Prozent sinken, die Zahl der Raucher gesamt im Land bis 2022 auf 12 Prozent.

Krebsforscherin: „Firmen sollten aufkommen.“

Sarah Woolnough von der Krebs-Forschungsstelle des Landes sieht die großen Tabakfirmen in der Pflicht, für diese Maßnahmen finanziell geradezustehen:


„Rauchen ist nach wie vor die häufigste vermeidbare Ursache für Krebs, Krankheiten und vermeidbaren Tod. Die Selbstverpflichtung, bis 2030 ein rauchfreies Land zu werden, erfordert kontinuierliche und umfassende Maßnahmen, einschließlich der Sicherstellung, dass jeder Raucher die Unterstützung erhält, die er braucht, um aufzuhören. Es ist nur fair, dass hochprofitable Tabakunternehmen dazu gebracht werden, für diese Maßnahmen zu zahlen, um das Chaos, das sie angerichtet haben, zu beseitigen.“

Bis zum 14. Oktober wird nun über das Papier beraten, bis zum Frühling 2020 will die englische Regierung zu einer Entscheidung gelangen.

Quelle: ladbible.com