Man kann sich sicherlich trefflich darüber streiten, welcher der vielen im Zigarettenqualm enthaltenen Giftstoffe nun am gefährlichsten ist. Die US-Gesundheitsbehörde vertritt diesbezüglich jedenfalls die Ansicht, dass Rauchen ein sehr viel geringeres Problem darstellen würde, wenn es zunächst einmal kein süchtig machendes Nikotin mehr enthielte. Logisch irgendwie, denn wer keiner Abhängigkeit anheimfällt, wird sicherlich nicht zum Kettenraucher.

Dass aus einer harmlosen Zigarette irgendwann zwei Schachteln am Tag werden, ist sicherlich nicht dem Teer oder der Blausäure geschuldet. Von daher verlangt die amerikanische "Food and Drug Administration" (FDA), dass der Nikotingehalt in Zigaretten im ersten Schritt gesenkt werden soll. Eine Bekanntmachung, infolge derer die Aktienkurse von US-Tabakkonzernen letzte Woche quasi augenblicklich zusammenbrachen. So verloren die Aktien des Produzenten Altria, mit den Marken Marlboro und Chesterfield, zwischenzeitlich 19 Prozent an Wert, während British American Tobacco an der Londoner Börse um fast sieben Prozent fiel.

Der Kopf der FDA, Scott Gottlieb, begründete die Entscheidung damit, dass die hohen Todesraten bei Rauchern auf den Suchtfaktor zurückzuführen seien. Wie er betont, seien Zigaretten "das einzige legale Verbraucherprodukt, das die Hälfte aller Langzeitnutzer tötet". Immerhin sterben pro Jahr fast eine halbe Million US-Bürger an den Folgen des Rauchens.

Bezüglich möglicher Vorschriften für die Hersteller hat sich die FDA bisher noch nicht geäußert. Man wolle zunächst die öffentlichen Stellungnahmen von Tabakkonzernen und Verbraucherschützern abwarten.

Quelle: stern.de