Der Autor dieser Zeilen raucht bereits seit seiner Jugend. Er ist weder stolz darauf, noch ein Verfechter der Tabaklobby, sondern ganz einfach süchtig nach Nikotin. Nachdem er jedoch einen 16-stündigen Flug überraschenderweise ohne größere Probleme hinter sich gebracht hatte, gelang es ihm, den Zigaretten-Konsum auch weiterhin auf ein bis zwei Kippen pro Tag einzuschränken. Er wurde seither nicht müde, diese – wie er glaubte – bewundernswerte Willensstärke bei jeder sich bietenden Gelegenheit vor allem Viel-Rauchern gegenüber zu thematisieren, und wähnte sich gesundheitlich auf der sicheren Seite. Ein, zwei Kippen am Tag können doch nicht ernsthaft schädlich sein. Tja, falsch gedacht!

Denn wie Forscher des University College London nach der Auswertung von insgesamt 141 Studien, die zwischen 1946 und Mai 2015 zum Thema veröffentlicht wurden, feststellen mussten, erhöht bereits eine verdammte Kippe am Tag das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen und einen Schlaganfall. Selbst bei einem derart drastisch reduzierten Konsum ist das Risiko immer noch gut halb so groß wie bei Menschen, die sich am Tag eine ganze Schachtel reinzeihen. Eine mathematische Frechheit sondergleichen!

Das bedeutet, dass man sich sein Laster hinsichtlich der Gesundheit, wenn überhaupt, nur schönreden kann. Die einzige Lösung ist, komplett mit dem Rauchen aufzuhören.

Experten haben dafür die drei „A-Tipps“ parat:

  • Aufschieben: Wenn ihr das Bedürfnis nach einer Zigarette verspürt, erst einmal zehnmal tief durchatmen.
  • Ausweichen: Meidet Raucherbereiche wie etwa in Bahnhöfen oder auf der Arbeit, um der Versuchung zu entgehen.
  • Ablenken: Gebt eurem Mund und euren Händen etwas zu tun. Zieht euch einen Lutscher rein oder telefoniert, um euch auf andere Gedanken zu bringen. Alternativ gibt es eine große Auswahl diverser rezeptfreier Arzneimittel.

Wenn ihr ernsthaft mit den Gedanken spielt, aufzuhören, solltet ihr euch aber zunächst einmal fragen, welche Gewohnheiten ihr mit dem Rauchen verbindet, und wie ihr diese ersetzen könnt. Greift ihr beispielsweise gewohnheitsmäßig nach dem Essen zur Zigarette, könntet ihr stattdessen in Zukunft als neues Ritual Zähne putzen gehen. Eine Tasse Kaffee fördert das Verlangen nach einer Kippe? Dann ist Kaffee in der Zeit des Entzuges zu meiden. Zudem ist es wichtig, dass ihr keinen Zigarettenvorrat mehr griffbereit habt.

Um die körperlichen Entzugssymptome erträglich zu machen, empfehlen sich je nach Rauchverhalten zudem entweder Nikotinkaugummis oder Nikotinpflaster. Gelegenheitsraucher greifen zum Kaugummi, regelmäßige Raucher dagegen besser zum Pflaster.

Quelle: augsburger-allgemeine.de