Man kann von den Schockbildern auf Zigarettenschachteln halten was man will, sie verfehlen offenbar ihre Wirkung nicht. Die Tabakbranche hat seit der Einführung mit einem herben Umsatzrückgang zu kämpfen und versucht entsprechend alles, die abschreckenden Motive zu Werbezwecken so gut es eben geht zu kaschieren. Dieses Problem stellt sich bei Zigarettenautomaten indes nicht, wo die Schockbilder erst dann zu sehen sind, wenn die Glimmstängel bereits gekauft worden sind. Eine Praxis, die aus Sicht der Bundesländer allerdings nicht rechtens ist.

So teilte ein Sprecher des Landwirtschaftsministeriums Schleswig-Holstein kürzlich der „Frankfurter Rundschau“ auf Anfrage mit: „Die Länder sind einstimmig der Auffassung, dass das Verbot, die gesundheitsbezogenen Warnhinweise bei Tabakerzeugnissen zum Zeitpunkt des Inverkehrbringens teilweise oder vollständig zu verdecken, (...) auf die Abgabe im Handel einschließlich der Automaten anzuwenden ist.

Automaten im Visier

Damit gerät der Verkauf von Zigaretten aus dem Automaten nun zusätzlich unter Druck, welcher von Experten schon seit längerem äußerst kritisch gesehen wird. Immerhin stehe diese Form des Erwerbes von Tabakwaren einer Suchtprävention entgegen, da die Altersschranke, die verhindern soll, dass Jugendliche sich Zigaretten ziehen, relativ einfach umgangen werden kann. Das bestätigen auch Umfragen, die gezeigt haben, dass es bei Jugendlichen üblich geworden ist, sich einfach eine EC- oder Chipkarte von einer älteren Person zu leihen, um auf diese Art an Zigaretten zu gelangen. „Da müssen sich die Automatenhersteller etwas einfallen lassen oder die Automaten abbauen“, verlangt Isabella von der Decken, Tabakreferentin der Drogenbeauftragten der Bundesregierung.

Laut dem Deutschen Tabakatlas 2015 werden in Deutschland zehn Prozent aller Zigaretten am Automaten gekauft. Kein Wunder also, dass jene auch der Weltgesundheitsorganisation (WHO) schon lange ein Dorn im Auge sind. Dort fordert man gar ein Verbot der Apparate, welche ein Mittel der Verkaufsförderung darstellen. Das wiederum verstoße jedoch gegen die Regeln des internationalen Tabakrahmenübereinkommens, welches jegliche Verkaufsförderung untersagt. Ein Abkommen, das auch die Bundesregierung unterzeichnet hat.

Ob und inwieweit die Automaten nun umgestaltet werden müssen, um den Anforderungen zu entsprechen, oder sogar gänzlich zu verschwinden haben, ist bis zum jetzigen Zeitpunkt allerdings noch unklar.

Quelle: berliner-zeitung.de