Männer, wir müssen reden: Offenbar lassen viel zu viele von uns ihrem besten Stück nicht die nötige Pflege zukommen, waschen ihr Genital zu selten oder nur oberflächlich und riskieren damit ernsthafte und folgenschwere Erkrankungen. Von daher hier ein paar einfache Regeln von jemandem, der es wissen muss: einem Urologen.

Armin Secker, seines Zeichens Oberarzt an der Klinik für Urologie und Kinderurologie an der Uniklinik Münster, warnt ausdrücklich: „Durch mangelnde Hygiene können nicht nur Gerüche entstehen, sondern sich auch Infektionen bilden und nicht zuletzt ein Peniskarzinom!“

Vor allem mit Letzterem ist nicht zu spaßen, handelt es sich dabei doch um eine ganz besonders bösartige Form von Krebs, die sich zudem auch noch nur sehr schwer therapieren lässt. Im Schnitt ist einer von 100.000 Männern davon betroffen. 

Als Ursache für den Peniskrebs gelten häufig die Rückstände aus Talg und Hautschüppchen die sich unter der Vorhaut sammeln, „Smegma“ genannt. Wird das Smegma nicht durch regelmäßige Spülungen entfernt, begünstigt dies die Gefahr, an Krebs zu erkranken. Ergo lässt sich das Risiko dank der richtigen Hygiene minimieren. Armin Secker empfiehlt dazu:

„Täglich mit warmem Wasser und pH-neutraler Seife reinigen, vor allem den Bereich unter der Vorhaut.“

Dabei ist es egal, ob nun unter der Dusche oder am Waschbecken, solange ihr den verwendeten Lappen täglich wechselt. Des Weiteren wird es euch eure Partnerin danken, wenn ihr euch vor dem Sex auch nochmal im Intimbereich wascht, um eventuell verbliebene Krankheitserreger, wie etwa Trichomonaden und Chlamydien, nicht ungewollt zu übertragen. Gerade Erstere können bei Frauen zu massiven gesundheitlichen Beschwerden führen, während wir Männer von der Infektion mit den Geißeltierchen meist kaum etwas merken. 

Aber was bedeutet „richtig reinigen“ im Falle der Genitalhygiene überhaupt? Also: Schiebt die Vorhaut vorsichtig zurück, und wascht die gesamte Eichel nebst innerer sowie äußerer Vorhaut. Haltet ihr den sensiblen Bereich dergestalt sauber, kann sich kaum Smegma bilden, ebenso wenig wie unangenehmer Geruch, eine Infektion oder bösartige Veränderung.  Beschnittene Männer sind da natürlich klar im Vorteil.

Nur nicht übertreiben

Wichtig ist zudem, übertriebenes Waschen und scharfe Seifen zu vermeiden, da ihr ansonsten Gefahr lauft, die empfindliche Schleimhaut am Penis zu schädigen und den Säureschutzmantel der Haut zu verletzen, was in der Folge wiederum zu Irritationen und Entzündungen führen kann.

Bei der Wahl der Pflegeprodukte braucht ihr ansonsten auf nicht viel zu achten. All die speziellen Mittelchen mit Sheabutter, Vitaminen, Grüntee-Extrakt oder ähnlichen Zutaten haben laut dem Urologen keine signifikante medizinische Wirkung.

Wir halten fest: Dank der täglichen Reinigung des Genitals beugen wir Gerüchen und Krankheiten vor. Ein weiterer Vorteil dieses Rituals ist, dass wir unseren besten Freund dabei natürlich auch regelmäßig inspizieren und somit eventuelle krankhafte Veränderungen frühzeitig erkennen.