Die meisten Männer sehen in ihrem Penis einen echten Freund fürs Leben. Er ist immer in Reichweite, kennt jedes noch so schmutzige Geheimnis und geht mit uns stets und wortwörtlich durch dick und dünn. So einen Kumpel findet man nur einmal, weshalb es immens wichtig ist, dass ihr euch gut um ihn kümmert. Dazu gehört vor allem, sich um seine Gesundheit zu kümmern und entsprechende Warnsignale richtig zu deuten. Da die meisten Kerle aber ja eher ungern über ihre Penisprobleme sprechen, erläutern wir im Folgenden ganz diskret die häufigsten Leiden unseres besten Stückes – und vor allem, was man dagegen tun kann.

1. Warzen am Eichelrand

Auch wenn es so aussehen mag, handelt es sich bei den winzigen hautfarbenen bis rötlichen Hautwucherungen nicht um Warzen. Die harmlosen Kollegen nennt man „Hornzipfel“ und das Einzige, was man ihnen vorwerfen könnte, ist, dass sie den optischen Gesamteindruck stören, wenn sie sich wie eine winzige Perlenschnur vom Eichelrand bis zum Vorhautbändchen ziehen. Denn sie sind weder ansteckend, noch ein Anzeichen für eine Geschlechtskrankheit und erst recht keine Folge mangelnder Hygiene. Man geht von einer genetisch bedingten Ursache aus, die rund 20 Prozent der Männer betrifft.

Wer sich an den Hornzipfeln stört, oder vermeiden möchte, dass sie sich durch mechanische Reize entzünden oder sogar bluten könnten, der lässt sich beim Arzt mit einem Laser behandeln. Allerdings sind 300 Euro nicht wenig, erst recht, wenn man bedenkt, dass Hornzipfel gerne wieder nachwachsen!

2. Verkrümmung

Vorboten sind knotige Veränderungen am Penisschaft, woraufhin infolge einer Entzündung zwischen den Schwellkörpern und dem umgebenden Bindegewebe Schmerzen beim Geschlechtsverkehr auftreten. Wenn die Entzündung schließlich abheilt, vernarbt das Bindegewebe, was zu einer Veränderung der Form des Penis führt. Er wird krumm und kürzer, wobei der Bogen dieser sogenannten Induratio penis plastica wenigstens nach oben weist. Auslöser dafür kann eine Penisverletzung wie zum Beispiel der berühmt berüchtigte Penisbruch sein. Gut sechs Prozent der Männer über 30 leiden unter einer solchen  Penisverkrümmung, die Erektionsprobleme mit sich bringt und Sex mitunter unmöglich macht.

Sobald ihr einen Knoten am Penis entdeckt, geht ihr bitte sofort zum Arzt, der euch in einer frühen Phase mit Medikamenten und Injektionen helfen kann. Ist die Verkrümmung zu weit fortgeschritten, kommt ihr um eine operativen Eingriff jedoch nicht mehr rum.

3. Schmerzen

Ein dieser Tage leider wieder recht häufiger Grund ist der gute alte Tripper, in Fachkreisen auch Gonorrhöe genannt. Eine Geschlechtskrankheit, im Zuge derer die Eichel im Bereich des Harnröhrenausgangs wehtut, gerötet sowie etwas geschwollen ist und es zu unangenehm riechendem Ausfluss kommt. Doch auch eine Blasenentzündung ist ein häufiger Grund für einen schmerzenden Penis.

Üblicherweise kann ein Arzt mit Medikamenten Abhilfe schaffen, die ihr – vor allem wenn es sich um Antibiotika handelt – tunlichst nach Vorschrift einnehmen solltet. Verzichtet außerdem erst mal auf Sex, um andere nicht anzustecken.

4. Jucken und brennen

Möglicher Auslöser könnte eine Eichelentzündung (Balanitis) sein, die ihr euch durch mechanische Reize zugezogen habt. Eventuell durch zu heftiges masturbieren oder penetrieren. Denkbar wäre aber auch, dass ihr euch schlicht Schürfungen zugezogen habt, weil eure ach so hippe Storchenjeans enger sitzt, als es für einen Mann gut sein kann. Nächster Verdächtiger ist eine Kontaktallergie. Ihr würdet euch wundern, wie viele Leute allergisch auf Gleitgel oder Kondome reagieren! Kommt nichts von alledem in Frage, könntet ihr euch auch eine Pilzerkrankung eingefangen haben.

Bei einer entzündeten Eichel hilft Heilsalbe und eine Schonzeit für euren geschundenen Freund. Kein Sex und keine engen Hosen, bis die Nummer wieder abgeheilt ist! Im Falle einer Allergie werdet ihr den Auslöser wohl oder übel meiden müssen. Tipp: Latexfreie Kondome ausprobieren.
Den Penispilz werdet ihr ebenfalls mit einer Salbe aus der Apotheke wieder los. Und auch hier gilt: Kein Sex in der Behandlungszeit!

5. Rote Flecken

In den meisten Fällen handelt es sich dabei um ein Anzeichen einer Pilzinfektion, der ihr wie oben erklärt beikommen könnt. Sollten die Flecken allerdings nach drei Tagen nicht verschwunden sein, solltet ihr den Arzt aufsuchen.

Rötungen an der Eichel können nämlich ein frühes Symptom für Peniskrebs (Peniskarzinom) sein!

6. Knötchen

Auch hierbei kann es sich um einen Hinweis auf ein Peniskarzinom handeln, was allerdings nur selten der Fall ist. Wesentlich häufiger habt ihr es bei den roten bis bräunlichen stecknadelkopfgroßen Knötchen mit Feigwarzen (Condylome) zu tun, die vor allem am Penisschaft wachsen.

Gegen Feigwarzen hilft eine mehrwöchige Selbstbehandlung mit vom Arzt verschriebenen Lösungen und Cremes, welche die Condylome absterben lassen. Im Falle eines Peniskarzinoms sieht die Sache allerdings deutlich düsterer aus. Während im Frühstadium noch mit einer Therapie geholfen werden kann, bleibt bei einer fortgeschrittenen Erkrankung oft nur die Amputation.

7. Pickel

Auch unser Glied verfügt über Talgdrüsen. Und diese können verstopfen, woraufhin die Mitesser sprießen. Gebt aber besser nicht dem Drang nach, die Eiterpickelchen an eurem Penis selber auszudrücken, da es in dieser Körperregion aufgrund der empfindlichen Haut sehr schnell zu fiesen Entzündungen kommen kann.

Um die Pickel loszuwerden sollte auf optimale Hygiene geachtet und Heilsalbe aufgetragen werden. Wenn dies nach wenigen Tagen keine Wirkung zeigt, geht ihr besser zum Arzt und damit auf Nummer sicher. Denn auch hartnäckige Bläschen und raue Stellen können ein Anzeichen für Peniskrebs sein.

Quelle: focus.de