Jeder Deutsche trinkt im Schnitt 107 Liter flüssiges Brot pro Jahr. Eine stattliche Menge. Selbst wenn wir uns dabei permanent an den guten Herrn Hans A. halten würden, kämen wir immer noch auf über 200 Euro, die wir jährlich für den Gerstensaft investieren. Geld, für das Mann schon eine Kfz-Versicherung, das SKY-Bundesligapaket oder einen Blowjob auf dem Kiez bekäme. Mann.tv schafft Abhilfe und erklärt euch, wie ihr zu Hause euer eigenes Bier brauen könnt.

Zutaten und Equipment

Dass man ein wenig mehr Equipment braucht als bei Omas Mehlschwitze, versteht sich dabei von selbst. Folgende Werkzeuge sollte der Hobby-Brauer also zur Hand haben:

  • einen großen Kochtopf samt großem Kochlöffel
  • ein Thermometer (für Temperaturen zwischen -10 bis 110 °C, lasst euren Fiebermesser also im Schrank)
  • einen Eimer mit Läutereinsatz (für die Angeber unter euch fachmännisch auch Läuterbottich genannt)
  • einen großen Plastikeimer (am besten mit Auslaufhahn), worin das Ganze gären kann
  • eine Stoffwindel oder ein grobes Leinentuch zum Filtern
  • einen Messbecher (bis zu 3 Liter)
  • eine möglichst genaue Waage
  • einen Trichter und ein paar verschließbare Flaschen

Als Zutaten reichen gemäß dem Reinheitsgebot Hopfen, Bierhefe, Malzschrot und Unmengen an Wasser aus. Für die genauen Mengen kommt es natürlich auf das jeweilige Bier an, das ihr Brauen wollt. Entsprechende Rezepte gibt es im Netz zuhauf.

Schritt 1 – Das Maischen

Das Wasser im Topf auf ungefähr 38 °C erwärmen, dann das Malzschrot einrühren. Ab jetzt nennen wir das Wasser mit dem Schrot Maische und erhitzen diese auf 50 bis 55 °C. Bei ständigem Rühren lassen wir nun alles 40 Minuten so vor sich hinziehen. Achtet darauf, dass die Temperatur gehalten wird.
Anschließend die Maische auf 64 °C bringen und weitere 30 Minuten ziehen lassen, wobei man immer noch gelegentlich rühren sollte. Noch einmal auf 72 °C erhöhen und weitere 30 Minuten bei dieser Temperatur ziehen lassen. Das Ende dieses ersten Schrittes wird übrigens als "Abmaischen" bezeichnet. Erhöht die Temperatur dazu langsam und unter ständigem Rühren auf 76 bis 78 °C.

Schritt 2 – Das Abläutern

Nun wird „abgeläutert“, also das Feste vom Flüssigem getrennt. Nehmt hierzu euren Läuterbottich und gebt die Maische hinein. Das matschige Zeug, das übrig bleibt, ist der sogenannte Treberkuchen, die gefilterte Flüssigkeit die Vorderwürze. Lasst die Maische im Läuterbottich nun 15 Minuten ruhen, anschließend gebt ihr wieder ein paar Liter Würze auf den Treberkuchen. Wiederholt das so oft, bis Erstere möglichst klar geworden ist und schüttet zum Schluss noch einen Nachguss von 78 Grad heißem Wasser auf den Treberkuchen. Dieser wird übrigens häufig als Schweinefutter verwendet, lässt sich aber auch prima zu einem kräftigen Brot weiterverarbeiten.

Schritt 3 – Hopfenkochen

Die Würze nun so weit erhitzen, dass sie leicht kocht. Zehn Minuten brodeln lassen, dann Hopfen zugeben und bis zu 90 Minuten vor sich hin sieden lassen. Zehn Minuten vor Kochende die zweite Hopfengabe dazugeben. Nach Ablauf der Kochzeit die Würze 30 Minuten stehen lassen, dann äußerst schnell alles in eine Richtung rühren, und abermals bis zu 30 Minuten warten.

Schritt 4 – Heißtrub-Abscheidung

Wieder wird gefiltert: Wir machen eigentlich nichts anderes als beim Abläutern, trennen also die flüssigen und die festen Bestandteile, die sich während des Prozesses gebildet haben. Die Würze dazu über das Filtertuch ins Gärgefäß füllen. Dann die ganze Chose auf Zimmertemperatur abkühlen lassen. Hat sie ungefähr 24 °C, rühren wir sie noch einmal kräftig um. Nun die Hefe hinzugeben. Anschließend kühlen wir die Würze, die nun schon schmackhaft Jungbier genannt wird. Da das Gären stolze 7 Tage beansprucht, solltet ihr rechtzeitig vor eurer Grillparty damit anfangen. Ist die Woche rum, dürfen wir unser Bier endlich in Flaschen abfüllen und mit Stolz genießen. Prost!

Am Ende ein Dank an den Verein für Erhalt und Förderung Schwelmer Brautradition, der uns freundlicherweise die Anleitung zum Bierbrauen zur Verfügung gestellt hat. Wer sich tiefergehend mit der Kunst des Bierbrauens befassen möchte, besucht die Herrschaften unter www.schwelmbrau.de.