Die meisten Leute jubeln, wenn der Frühling dem Winter endlich auf die klammen Finger kloppt, doch für gut 16 Millionen Menschen beginnt dann erst die wahre Leidenszeit. So um Februar-März herum erheben sich traditionell die Gräser und angriffslustige Blütenpollen rollen auf die Startbahn. Ihr Kamikaze-Flug schlägt dabei Jahr für Jahr eine breite Schneise kribbelnder Nasen in die unschuldige Bevölkerung, Hälse kratzen, Menschen weinen. Noch ist gegen diesen Feind kein Kraut gewachsen, weshalb es für Allergiker umso wichtiger ist, sich zumindest daheim effektiv zu schützen. Wie ihr aus eurem Zuhause einen Bunker gegen das Pollen-Bombardement macht, verraten uns die Verteidigungs-Experten von der Leifheit-Haushaltsfront.

Um den Frühlingsluft-Reizgasangriffen von Hasel, Erle, Ulme, Esche zu entgehen, sollte man das Schlachtfeld der Natur so gut es eben geht meiden, und den Pollen die Invasion eurer vier Wände so schwer wie nur irgend möglich machen. Das Zauberwort lautet „Haushaltsreinigung“. Also, wenn ihr Überleben wollt, haltet euch an die folgenden sechs Regeln:

Regel 1: Fußboden feucht wischen!

Staub-Landezonen wie Teppiche haben in Wohnungen von Allergikern generell nichts zu suchen. Glattes Terrain wie Parkett und Laminat lässt sich sehr viel effizienter von Pollen säubern, indem ihr regelmäßig feucht wischt.

Regel 2: Polstermöbel regelmäßig saugen!

Auch Pollen und Allergene haben es gerne bequem und werden von Polstermöbeln regelrecht magisch angezogen. Dort können sich die kleinen Teilchen ganz wunderbar in den Schützengräben der Fasern verstecken, um euch hinterrücks anzufallen, sobald der Stoff der Polster in Bewegung gerät. Gegen regelmäßiges Absaugen vermag jedoch auch die verbissenste Guerilla-Polle nichts auszurichten.

Regel 3: Bettwäsche möglichst oft wechseln

Da sich Pollen in Stoffen ganz besonders heimisch fühlen, ist natürlich auch eure Schlafumgebung ein hart umkämpftes Gelände. Sperrt den eingefallenen Feind ganz einfach wieder aus, indem ihr eure Bettwäsche häufig wechselt, damit ihr möglich beschwerdefrei durch die Nacht kommt und Kraft für den nächsten Tag an der Front sammeln könnt.

Regel 4: Abends duschen!

Wer nicht als trojanisches Pferd für die Gegenseite fungieren möchte, sollte sich vor dem Schlafengehen dringend mit einer Dusche dekontaminieren, um sich von den Erregern zu befreien. Achtet vor allem auch darauf, eure Haare gründlich zu waschen, um keine Blütenpollen-Ninjas ungewollt ins Bett zu tragen.

Regel 5: Luft in der Wohnung reinigen!

Kaum zu glauben aber wahr: Die Innenluft ist zum Teil zwischen zehn bis 30 Mal stärker mit
Pollen belastet als die Außenluft. Von daher sollte man vor allem im Schlafzimmer Verteidigungsanlagen in Form von Luftreinigern in Stellung bringen. Mittels moderner Filtertechnologie halten derlei Geschütze den Luftraum von Viren, Bakterien und Pollen sauber und verschaffen euch gegen den Ansturm der Plagegeister einen entscheidenden Vorteil, indem sie deren Armee radikal dezimieren.

Regel 6: Pollenfilter vor die Fenster spannen!

In der Zeit von morgens zwischen sechs und acht Uhr ist in der Stadt die Pollen-Feindbewegung am geringsten, weshalb dies in Krisenzeiten die optimale Zeit zum Lüften darstellt. Auf dem Land solltet ihr dagegen am besten zwischen 19 und 24 Uhr die Fenster aufreißen. Wer auf Nummer sicher gehen will, erschwert den Pollen den Einmarsch durch spezielle Filter vor den Fenstern zusätzlich.

Beherzigt ihr diese 6 Regeln, seid ihr für den bevorstehenden Krieg bestens gewappnet. Haltet die Stellung und merkt euch eines: Die weiße Fahne wird nur zum Nase putzen benutzt!