In den USA ist das Konzept einer Zeitkapsel gang und gäbe, in Deutschland ist es nicht so verbreitet – zumindest hat der Verfasser dieser Zeilen abseits von US-Filmen, -Serien oder -Büchern hierzulande nicht davon gehört. Doch mit diesem Video ändert sich das – denn der ältere Herr aus dem Clip hat vor langer Zeit ein Artefakt der besonderen Art in einer Brücke versteckt, das wieder ans Tageslicht kommt.

So eine Zeitkapsel, das ist ein witterungs-/zerfallsbeständiger Behälter, der alle möglichen Zeugnisse eines gegenwärtigen Jahres enthält – in den USA werden die Dinger gerne von Schulklassen vergraben oder bei Bauvorhaben ins Fundament eingegossen. Viele, viele Jahre später treten sie dann entweder absichtlich oder bei einem Abriss zutage – und die Nachwelt erhält ein Stück konservierte Geschichte, gut erhalten im Inneren der Kapsel. So der Sinn.

Bier und Wein in der Sprengkammer

Gerüchteweise tun Bauarbeiter auf der ganzen Welt etwas Ähnliches, indem sie alle möglichen Dinge aus Spaß oder Langeweile in Fundamente eingießen, etc. Heinrich Bauer jedenfalls hat so etwas gemacht: Er war vor 58 Jahren als Polier am Bau einer Autobahnbrücke über der heutigen A6 bei Sinsheim beteiligt. Damals verbarg er gemeinsam mit Kollegen eine Kiste Bier und ein paar Flaschen Wein in der Konstruktion.

Genauer: in den während des Kalten Krieges in Brücken allgegenwärtigen Sprengkammern. Da die Brücke unlängst abgerissen wurde, war Bauer beim Abbruch zugegen, um heute, mit 81 Jahren, zuzusehen, ob die Kiste noch da ist – und das Fernsehen war mit der Kamera dabei.