Paypal: Bundeskartellamt leitet Verfahren ein – Der Bezahldienstleisters PayPal könnte unter Druck geraten. Das Bundeskartellamt leitete ein Verfahren gegen den Europa-Ableger von PayPal ein. Im konkreten Fokus der Untersuchung steht eine „mögliche Behinderung von Wettbewerbern und Beschränkung des Preiswettbewerbs“. Insbesondere interessiert das Bundeskartellamt, ob und inwieweit PayPal eine marktbeherrschende Position in Deutschland einnimmt, und diese ausnutzt.

So dürften wohl die Nutzungsbedingungen des Unternehmens bei dem Verfahren unter die Lupe kommen, welche Händlern preispolitische Auflagen machen: So dürfen diese Waren und Dienstleistungen nicht zu niedrigeren Preisen anbieten, sollte ein Käufer für den Bezahlvorgang auf einen anderen Dienstleister als PayPal setzen. Der Präsident des Bundeskartellamtes, Andreas Mundt, kommentierte die Sachlage.

Wörtlich führte Mundt aus:

„Klauseln könnten den Wettbewerb beschränken und einen Verstoß gegen das Missbrauchsverbot darstellen. Wir werden jetzt prüfen, welche Marktmacht Paypal zukommt und inwieweit Onlinehändler darauf angewiesen sind, Paypal als Zahlungsmethode anzubieten.“ Das Bundeskartellamt konnte ferner darlegen, dass es sich bei PayPal Marktstudien zufolge um den teuersten Bezahldienstleister für Online-Transaktionen handelt.

So nimmt das Unternehmen laut Preisliste 2,49 bis 2,99 Prozent des Zahlungsbetrages. Hinzu kommt ein Zuschlag von 34 bis 39 Cent pro Bezahlung. Dies könnte einem Artikel von „t3n“ zufolge die Preisschraube bei Produkten im Zusammenspiel mit der erwähnten Klausel nach oben schnellen lassen. Letztlich müsste der Verbraucher diese Erhöhungen dann tragen, selbst wenn er andere Zahlungsmethoden nutzt.

Mundt wörtlich:

„Wenn die Händler gehindert werden, die unterschiedlich hohen Kosten der verschiedenen Zahlungsmethoden über entsprechende Aufschläge oder Rabatte zu berücksichtigen, können sich andere und neue Zahlungsmethoden im Preis- und Qualitätswettbewerb schlechter behaupten oder gar nicht erst auf den Markt kommen.“

Zuletzt war PayPal Ende 2022 ins Licht der Öffentlichkeit gerückt. Seinerzeit hatte das Unternehmen verkündet, dass es inaktive Konten monetarisieren wollte. Kunden, die einer Gebühr für Inaktivität ihres Kontos entgehen wollten, erfuhren in einer E-Mail, sie sollten den Account entsprechend verwenden. Für inaktive Konten wollte PayPal ansonsten zehn Euro pro Jahr verlangen. 2023 soll „t3n“ zufolge die geplante Gebühr aktiv werden.

Wer dem entgegenwirken will, dem rät das Technikportal, sein PayPal-Konto dichtzumachen oder es zu nutzen.

Quelle: t3n.de