In den heutigen Zeiten gehen viele Menschen auf Flirt-Portalen auf Partnersuche. Oft genug geraten sie dabei an Fake-Profile, deren Ersteller es lediglich auf Geld, betrügerische Machenschaften oder Datendiebstahl abgesehen haben. Opfer einer solchen Praxis zu werden ist nicht schön – schon gar nicht, wenn einige dieser falschen Profile von den Seitenbetreibern selbst stammen und sogenannte Animateur-Konten oder Chat-Bots sind.

So sind laut Untersuchungen des Online-Dating-Portals „Lovepoint.de“ und dessen Geschäftsführer Wolfgang Herkert solche Praktiken sogar in manchen Allgemeinen Geschäftsbedingungen von Dating-Seiten offen einzusehen. Die Verbraucherzentrale Bayern ging erst im Januar 2018 solchen Praktiken nach und entdeckte, dass insgesamt 187 Portale konkrete Formulierungen solcher Praktiken in ihren AGBs enthielten, während Lovepoint von so etwas betont Abstand nimmt.

Hier liegt für Nutzer also bereits ein erster Schlüssel, um sich vor Fake zu schützen:

„Die Portale weisen unter anderem darauf hin, dass es sich vor allem bei weiblichen Profilen überwiegend um Fakes handelt. Vor der Registrierung sollten sich Nutzer demnach in jedem Fall die AGBs aufmerksam durchlesen und nach etwaigen Formulierungen suchen“, empfiehlt Herkert. Eine weitere Maßnahme: Nutzer sollten auf das Profilbild achten – viele Fake-Accounts verfügten erst gar nicht über ein Bild. Wenn doch, so nehmen die Fake-Accounts meist ein Foto aus dem Internet.

Hier kann man sich auf sein Bauchgefühl verlassen: Wirkt ein Foto zu gut, um echt zu sein, und erinnert eher an ein Werbebild, so hat Experte Herkert einen konkreten Rat: „Lässt sich die Frage nicht hundertprozentig beantworten und der Flirtpartner lädt nur verdächtige Hochglanz-Fotos von sich hoch, empfiehlt es sich zu fragen, ob das Gegenüber einen spontanen Schnappschuss mit einer bestimmten Geste zusenden kann. So lässt sich ein Fake-Profil schnell aufdecken.“

Ähnlich sieht es bei Profil-Informationen aus:

Wer wirklich auf der Suche nach etwas Echtem ist, gibt sich bei der Erstellung seines Profils Mühe. Ergeben sich also Widersprüche zwischen den Aussagen des Schreibenden und den Inhalten seines Profils, ist Vorsicht angezeigt. „Um Ungereimtheiten im Chat aufzudecken, empfiehlt es sich, mehrmals auf dasselbe Thema zu sprechen zu kommen und die Aussagen miteinander zu vergleichen. Widersprechen sie sich, kann es sich nicht um eine echte Person handeln, denn die kennen ihre Fakten und persönliche Meinung“, erläutert Herkert.

Nutze der Chatpartner nur Standardphrasen und gehe nicht auf sein Gegenüber ein und fordert zudem noch einen Austausch über Skype, E-Mail oder andere Flirtplattformen, sind das laut Herkert weitere Indizien für Fake. „Kann er keine weiteren Bilder von sich zusenden oder zögert ein persönliches Treffen hinaus, sollten Mitglieder ebenso Abstand nehmen.“

„Lassen Sie sich nicht dazu verleiten, eine kostenpflichtige Nummer anzurufen, eine SMS an eine unbekannte Nummer zu schicken oder über einen anderen bezahlten Dienst weiter zu kontakten. Geben Sie nur persönliche Daten preis, wenn Sie die Chemie bereits in einem ersten Live-Date bestätigen konnten und melden Sie auffällige Profile direkt dem Betreiber.“