Nun drohen Streiks: Verhärtete Fronten zwischen Bahn und Gewerkschaft – Abermals scheint sich ein Streit zwischen der Deutschen Bahn und der Lokführergewerkschaft GDL so weit zuzuspitzen, dass wieder mit Streiks zu rechnen ist. Bevor es soweit kommt, fordert die DB eine Rückkehr an den Verhandlungstisch.

„Die Corona-Pandemie hat uns hart getroffen und horrende Schäden hinterlassen“, erklärte Personalvorstand Martin Seiler gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“.

Mit Blick auf die rund zwei Milliarden Euro Verlust, den die Deutsche Bahn aufgrund der Pandemie hinnehmen musste, träfe ein Streik den Konzern wie auch Bahnreisende zu einem verheerenden Zeitpunkt.

Seiler appelliert:

„Kommen Sie an den Verhandlungstisch und führen Sie mit uns ernsthafte Verhandlungen! Dann finden wir zu Lösungen.“ Aufseiten der Deutschen Bahn sei man „zu Zugeständnissen bereit“.

Doch anstatt sich einander anzunähern, verschärft sich die Tonlage. Am kommenden Dienstag will die GDL das Ergebnis einer Urabstimmung veröffentlichen. GDF-Chef Weselsky geht allerdings schon jetzt davon aus, dass der Streikfall eintritt.

„Wir spüren: Die Beteiligung an der Urabstimmung ist groß. Wir rechnen damit, dass die Belegschaft „ja“ zum Arbeitskampf sagt. Die Stimmung unter den Beschäftigten ist schlecht“, sagte Weselsky der „SZ“. 

„Von Anfang an war klar: Es geht uns nicht nur um Nadelstiche.“

Eine klare Andeutung auf massive Arbeitsniederlegungen, von denen Millionen Pendler und Reisende in den letzten Jahren immer wieder betroffen waren. Entsprechend hart übt die Deutsche Bahn Kritik an der GDL: „Die Bahn und die Mobilität im Land würde das hart treffen: Zum einen, weil die Menschen gerade wieder beginnen, zu reisen“, so Seiler.

„Aber wir haben jetzt auch eine gesellschaftliche Verpflichtung. Wir sind systemrelevant für die Mobilität in Deutschland.“

Die beiden von der Bahn vorgelegten Tarifangebote seien ohne Verhandlung abgelehnt worden. Die GDL wies die Vorwürfe jedoch von sich.

„Die Angebote der Bahn waren nicht verhandelbar“, so der GDL-Chef. „Sie blieben weit hinter dem für den öffentlichen Dienst zurück.“

Quelle: focus.de