#nowater: Influencer propagieren den Verzicht auf Wasser – Die Bezeichnung Influencer basiert auf dem englischen Wort für „beeinflussen“. Deshalb verdienen sich manche Vertreter dieser Berufsgruppe mit Werbung auch dumm und dämlich – eben weil ihre Follower auf sie hören. Das bringt fraglos eine große Verantwortung mit sich, der sich nicht jeder der großen Namen in diesem Business immer auch als würdig erweist.

So propagieren einige Influencer aktuell unter dem Hashtag „nowater“ den Verzicht auf das Trinken von Wasser.

Wie man selber stolz kundtut, habe man die Wasserindustrie durchschaut, die einem bloß einzutrichtern versuche, dass man ganz viel Wasser trinken müsse. Doch das sei aus Sicht der #nowater-Influencer gar nicht nötig.

Als werden unter dem Hashtag fleißig die angeblich positiven gesundheitlichen Auswirkungen aufgezählt, die mit dem Verzicht auf herkömmliches Wasser einhergehen.

Dem „Stern“ zufolge erklärt die Influencerin Sophie Prana beispielsweise, seit einem Jahr kein Wasser mehr getrunken zu haben, und stattdessen nur noch „lebendes Wasser“ zu sich zu nehmen – also Wasser aus Obst und Früchten beispielsweise. 

Und siehe da: Seitdem sie kein Leitungswasser oder Wasser aus Flaschen mehr zu sich nehme, sei angeblich ihre Haut besser, sie habe keine geschwollenen Augen und auch keine Essensallergien mehr.

Diese Erkenntnis teilt sie natürlich mit ihren Followern: „Du brauchst kein Wasser, um hydriert zu bleiben. Dadurch fühlst du dich nur aufgedunsen. Wenn du anfängst zu fasten, merkst du schnell, dass dein Körper kein Wasser braucht.“

Echte Experten sehen das allerdings ganz anders.

Die Ernährungswissenschaftlerin Silke Restemeyer von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung betont gegenüber „NEON“: „Erwachsene sollten jeden Tag rund 1,5 Liter Wasser trinken.“

Ansonsten kann es problematisch werden: „Der Körper kann dann harnpflichtige Substanzen nicht mehr ausreichend ausscheiden und die Versorgung von Muskel- und Gehirnzellen mit Sauerstoff und Nährstoffen wird eingeschränkt. Kopfschmerzen, verringerte körperliche Leistungsfähigkeit und Verstopfung können die Folge sein.“

Dass sich bei der Yoga-Lehrerin und Influencerin Sophie Prana bestimmte Probleme verbessert haben könnten, liege laut der RTL-Ernährungsberaterin Nora Rieder nicht daran, dass sie auf herkömmliches Wasser verzichtet habe. Dies sei nämlich „bei jeder Form des Fastens der Fall“. 

„Dass sie ihre geschwollenen Augen los ist, wird größtenteils an der salzarmen Ernährung, dem Verzicht auf verarbeitete Lebensmittel und den vielen in Obst und Gemüse enthaltenen Antioxidantien liegen.“

Dazu bedarf es keines Wasserverzichts: „Den gleichen Effekt würde sie vermutlich mit einer salzarmen und entzündungshemmenden Ernährung mit viel natriumarmem Wasser erzielen.“

Quellen: stern.de , rtl.de