Die Morgenroutine eines Menschen sagt angeblich viel über dessen Charakter aus. Nun, wenn dem tatsächlich so ist, dann handelt es sich bei dem Autor dieser Zeilen in Wahrheit um einen zutiefst bösartigen Brückentroll, dem man auf keinen Fall direkt nach dem Aufstehen über dem Weg laufen sollte, will man nicht in den Ereignishorizont seiner legendär schlechten Laune geraten. Nein, da will wirklich keiner bei zusehen, wenn sich dieser abscheuliche Redakteur morgens zähnefletschend aus seinem Bett stemmt und bei Zähneputzen argwöhnischen Blickes mit seinem zerknitterten Spiegelbild um die Wette hasst.

Der Logik des Films „Unbreakable“ zufolge – in dem Bruce Willis und Samuel L. Jackson als Gegenspieler mit konträren Attributen auftreten – müsste es am anderen Ende der Skala dann aber ja das gegenteilige Extrem geben. Sprich, ein nahezu überirdisch anmutendes Wesen, dessen allmorgendliches Ritual an Erhabenheit grenzt und dem beizuwohnen fast schon einer Ehre gleichkommt. Und siehe da: M. Night Shyamalan hatte recht!

Bei unserer Suche nach einer Bestätigung, ob sich die dem Film zugrunde liegenden Theorie an unserem Beispiel auch auf die Wirklichkeit übertragen lässt, stießen wir nämlich auf einen Clip der schwedischen Fotografin Jonna Jinton, der die kühl-blonde Schönheit beim Eisbad zeigt. Und während der Akt des Aufstehens im Falle besagten Redakteurs in Form, Farbe, Klang und Geruch mit einem feuchten Schiss aus dem Arsch des Teufels recht treffend umschrieben ist, haftet Jonnas Start in den Tag etwas makellos Reines an, eine ätherische Klarheit, die man beim Betrachten der Bilder fast schon schmecken kann.

Da es uns persönlich jetzt aber nicht unbedingt reizt, unser Nervensystem ausgerechnet mit minusgradkaltem Wasser in Schwung zu bringen, bleiben wir für unseren Teil einfach mal unter unserer Brücke hocken. Aber was den heißen Met betrifft, den Jonna sich im Anschluss an ihr Bad zum Aufwärmen gönnt, da würden wir dann doch gerne mal mit ihr anstoßen. Und sei es noch so früh am Tag.