Neuer Skandal um Grünen-Kanzlerkandidatin: Baerbock benutzt im Interview das „N-Wort“ – Es will einfach nicht ruhiger werden um die Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock. Nachdem Einkünfte nicht frühzeitig offengelegt worden waren, und sich herausgestellt hatte, dass viele Passagen ihres Buches von anderen Publikationen abgeschrieben wurden, hat sie in einem Interview nun auch noch das N-Wort benutzt. 

Einem Artikel der „Bild“ zufolge, die als erste über den Vorfall berichtet hatte, verlangten die Grünen daraufhin, dass die heikle Passage ganz einfach aus dem Video herausgeschnitten werden soll, bevor dieses Veröffentlicht wird.

Es ging um das Thema Rassismus in Schulbüchern

In dem vom Zentralrat der Juden in Deutschland organisierten Format „Tachles Arena“, stellen sich die Spitzenkandidaten von Union, SPD, Grünen, FDP und Linken den Fragen einer Journalistin.

In der fraglichen Passage berichtet Baerbock von einem persönlichen Vorfall aus ihrem Umfeld in Sachen Antisemitismus und Rassismus in Schulen, bei dem der Sohn einer Bekannten eine Bildergeschichte zu einem Arbeitsblatt schreiben sollte, auf welchem das N-Wort zu lesen war.

Zwar kritisierte Baerbock die Verwendung des Begriffes ausdrücklich, sprach es dabei allerdings aus, anstatt von dem „N-Wort“ zu sprechen. Insbesondere in links-grünen Kreisen, wo sehr viel Wert auf eine poltisch-korrekte Sprechweise gelegt wird, ein absolutes No-Go!

Man denke nur einmal an Baerbocks Forderung nach dem Partei-Ausschluss von Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer, nachdem dieser das Wort in den Mund nahm, um Fußballer Dennis Aogo in einer Debatte zu verteidigen.

Baerbock echauffierte sich damals: „Die Äußerung von Boris Palmer ist rassistisch und abstoßend. Sich nachträglich auf Ironie zu berufen, macht es nicht ungeschehen.“

Das bedeutet nichts anderes, als dass der Zusammenhang, in welchem das Wort verwendet wird, egal ist – man darf es schlichtweg nicht aussprechen

Nachdem diverse Medienanfragen zunächst unbeantwortet geblieben waren, hat Baerbock auf Twitter mittlerweile Stellung zu dem Thema bezogen. Die Kanzlerkandidatin schreibt:

„Leider habe ich in der Aufzeichnung des Interviews in der emotionalen Beschreibung dieses unsäglichen Vorfalls das N-Wort zitiert und damit selbst reproduziert. Das war falsch, und das tut mir leid. Denn ich weiß ja um den rassistischen Ursprung dieses Wortes und die Verletzungen, die schwarze Menschen unter anderem durch ihn erfahren.“

Auch bezüglich der geforderten Kürzung des Interviews vor der Veröffentlichung nimmt Baerbock Stellung:

„Während der Aufzeichnung ist mir das bewusst geworden. Deshalb haben wir mit dem Zentralrat abgewogen, ob das eindringliche Beispiel geeignet ist, auf die Missstände auch im Bildungsbereich hinzuweisen, oder ob die Aussprache des N-Wortes genau dieses Anliegen konterkariert.“

Auf den Vorwurf der Doppelmoral im Falle des Parteiausschlussverfahrens gegen Palmer erwidert Baerbock: „Heute habe ich nun eine Medienanfrage zu dieser Abwägung erhalten. Dabei wird das von mir verwendete Beispiel, mit dem ich auf aktuellen Rassismus an Schulen hinweise, in einen Zusammenhang mit der rassistischen Entgleisung von Boris Palmer gebracht.“

Ihr zufolge sei jedoch offensichtlich, „dass es sich um zwei verschiedene Dinge in unterschiedlichen Kontexten handelt.“ Zudem habe sie die fragliche Videopassage veröffentlicht, „damit sich jede:r ein eigenes Bild machen kann.“

In dem angehängten Videoclip wurde das ausgesprochene N-Wort mit einen Piep übertönt

Während Baerbock auf der einen Seite für ihre Offenheit und Transparenz gelobt wird, kritisieren andere ihren Umgang mit dem Vorfall. Zumal die Kanzlerkandidatin diesen erst nach einer Anfrage der „Bild“ öffentlich machte.

Frank Rauer von der CDU twitterte beispielsweise:

„Bei anderer Gelegenheit hatte Baerbock deshalb schon mal nach einem Parteiausschluss gerufen. Abgesehen davon wieder einmal seltsam, wie die Grünen damit umgehen.“ 

Kritik kommt sogar aus den eigenen Reihen. So schrieb die Grünen-Bundestagsabgeordnete Valerie Wilms: „Langsam machen sich die Gruenen mit ihrer Identitätspolitik absolut lächerlich.“

Ex-FAZ-Herausgeber und FOCUS-Online-Autor Hugo Müller-Vogg gibt wiederum zu bedenken:

„Irgendwie amüsant, wie Politiker:innen der Grünen in ihre eigenen, kunstvoll aufgestellten identitätspolitischen Fallen stolpern.“ 

Quelle: focus.de