Neue Gebühren der Logistiker ab 1. Juli: Bei vielen Paketen 6 Euro an der Tür fällig – Wer gerne im Nicht-EU-Ausland bestellt, etwa in China, den Vereinigten Staaten oder Großbritannien, der kennt die Situation: Zollgebühren für Bestellungen ab einem gewissen Betrag werden fällig. Doch mit dem 1. Juli müssen Besteller nun auf Änderungen gefasst sein – denn Unternehmen wie Hermes, DHL und Co. erheben nun auch bei Bestellungen mit geringem Wert die sogenannte Servicepauschale – an der Haustür.

Der Grund: Das Mehrwertsteuer-Digitalpaket für den grenzüberschreitenden Onlinehandel wurde geändert. Bis dato konnte man kleine Sendungen bis zu einem Betrag von 22 Euro importieren, ohne Steuern zu zahlen. Ein Freibetrag, der wegfällt, um Wettbewerbsnachteile für deutsche Unternehmen aus dem Weg zu schaffen. Dies erläuterte das Hauptzollamt in einer Pressemitteilung.

In Zukunft heißt es: Einfuhrabgaben an der Tür

Wer fortan im Nicht-EU-Ausland ordert, muss auch bei einem Warenwert von weniger als 22 Euro mit zusätzlichen Zollgebühren rechnen. In den meisten Fällen übernimmt diese erst einmal das befördernde Unternehmen, DHL, Hermes und andere Logistiker strecken beim Zoll ergo diese Summen für die Besteller vor.

Danach folgt ein Prozedere, das bei Sendungen über 22 Euro schon zum Standard gehört: Die Logistiker holen sich das vorher ausgelegte Geld beim Empfänger entweder an der Tür oder bei der Abholung in einer Filiale zurück.

Ausnahmefälle vorhanden

Eine mögliche Ausnahme zu dieser Regelung nannte die Deutsche Post in einer Pressemitteilung: „Wenn der Warenwert so gering ist, dass die darauf anfallende Einfuhrumsatzsteuer weniger als 1 Euro beträgt – also bis 5,23 Euro – verzichtet der Zoll auf die Erhebung der Abgaben.“ Weitere Ausnahmefälle sind manche Unternehmen bzw. Internetportale.

Denn Firmen wie Amazon, eBay, H&M oder Zalando haben Systeme in ihren Bestellvorgängen, die solche Formalzahlungen im Voraus erheben – diese werden an das jeweils zuständige EU-Land automatisch abgeführt, womit Kunden von der Haustür-Forderung befreit sind. Wichtig ist:

Zollgebühren nicht mit der Service-Pauschale verwechseln

Sie ist eine zusätzliche Zahlung der Kunden an die Zustellungsbetriebe, in der Regel umfasst sie um die 6 Euro. Diese wird von den Logistikern erhoben, weil die eine zollamtliche Anmeldung vorgenommen und die Einfuhrabgaben des Kunden bereits bezahlt haben. Auch diese Pauschale wurde bisher nur bei Bestellungen über 22 Euro Warenwert fällig.

Wie die Deutsche Post in der Mitteilung weiter erläutert, gibt es solche Service-Pauschalen auch in anderen Ländern wie in Österreich und den Niederlanden. Dort lägen diese derzeit bei 10 Euro oder darüber.

Quelle: rtl.de