Alle mögen Geheimnisse, besonders in der Wirtschaft – schließlich möchte man seine Produkte gewinnbringend an den Mann (oder die Frau) bringen. Und wenn jemand das Geheimnis nicht durchschaut, wird mehr Geld verlangt. Die französische Wettbewerbsbehörde hat Nespresso – eine Néstle-Tochter – nun dazu gebracht, technische Details ihrer Kapselautomaten preiszugeben.

Grund ist die Tatsache, dass die neueren Nespresso-Maschinen lediglich mit den Kapseln der eigenen Kaffeemarken funktionieren. Die Wettbewerbsbehörde findet diesen Schritt wettbewerbswidrig und behält sich rechtliche Schritte vor, sollte Nespresso seine neuen Kaffeeautomaten nicht für Kapseln anderer Hersteller nutzbar machen. Die Nadel des Néstle-Automaten ist so fein, dass sie Kapseln anderer Hersteller, beispielsweise Jacobs, nicht richtig durchdringen kann, und somit bei Nutzung eines Konkurrenzprodukts nur eine wässrige braune Suppe ihren Weg in die Kaffeetasse findet.

Ob und wie sich der Streit zwischen Néstle und der französischen Wettbewerbsbehörde auch auf den deutschen Kaffeemarkt auswirkt, ist bis dato unklar. Gut wäre eine Änderung hierzulande schon, denn dann könnten Kunden auf günstigere Kapseln ausweichen.