Man hat wahrlich nicht oft die Möglichkeit, über anstehende Naturereignisse der Marke XXL zu schreiben, wie über das, welches heute, am 27. Juli stattfinden wird. An diesem Freitag erleben wir nämlich nicht weniger als die längste totale Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts. Ein Termin, den ihr euch im Kalender rot ankreuzen solltet, denn dieser Rekord, wird erst im Jahr 2123 gebrochen. Und das dürften nur die wenigsten von uns noch erleben.

Das Spektakel am Himmel wird ganze 103 Minuten dauern. Und damit gerade mal drei Minuten weniger als eine Mondfinsternis überhaupt andauern kann. Eine solche entsteht, wenn sich unsere Erde zwischen Sonne und Mond schiebt, und letzterer in den Schatten der Erde (Kernschatten) eintritt. Abhängig von der Konstellation der Himmelskörper ist der Schatten, den die Erde auf den Mond wirft, mal größer und mal kleiner, was zu einer totalen oder partiellen Mondfinsternis führt.

Am 27. Juli ist der Abstand zwischen Erde und Mond sowie zwischen Erde und Sonne ganz besonders groß, und der Mond wird den kompletten Kernschatten der Erde mittig durchwandern. Da dabei nicht das gesamte Licht der Sonne abgeschirmt und der Rest auf eine besondere Art gebrochen wird, erscheint der Erdtrabant als schwach sichtbare rötliche Scheibe am Himmel: als sogenannter „Blutmond“.

Zwischen 21.30 Uhr und 23.13 Uhr befindet sich der Mond während der Finsternis am 27. Juli vollständig im Kernschatten der Erde.

Das Ereignis wird von ganz Europa aus zu sehen sein, wobei wir in Deutschland nicht die allerbesten Bedingungen haben. Da der Mond hierzulande recht knapp über dem Südost-Horizont erscheint, sollten Beobachter einen erhöhten Punkt mit freiem Blick aufsuchen. Dafür geht es bereits in der Dämmerung los, was sicherlich eine ganze Latte an fantastischen Fotos nach sich ziehen wird.

Beginn und Ende der Mondfinsternis sind natürlich abhängig von eurem Standort, weshalb wir für euch eine interaktive Karte aus dem Netz gefischt haben. Gebt hier einfach den jeweiligen Ort ein und ihr erhaltet alle relevanten Infos.

Doch damit nicht genug

Als wäre das Ganze für sich nicht schon faszinierend genug, steht am 27.07. auch noch der Mars in einer außerordentlich günstigen Position der Sonne genau gegenüber (Oppositionsstellung) und erstrahlt in seiner nahezu größtmöglichen Helligkeit, die in jener Nacht sogar den Glanz des Jupiters übertrifft. Der Mars wird damit die gesamte Nacht über südlich des Mondes sichtbar sein.

Bleibt nur zu hoffen, dass uns keine Wolken den Blick auf den Himmel verwehren.

Quelle: augsburger-allgemeine.de