Kennt ihr das auch? Ihr sitzt gefühlt inmitten eines Schwarms Mücken und seid seltsamerweise der Einzige, der gestochen wird. Diejenigen, die regelmäßig mit heiler Haut davonkommen, versuchen einen dann immer damit zu trösten, dass man halt „süßes Blut“ habe. Am Arsch! Als könne man darauf irgendwie stolz sein. Aber irgendeinen Grund muss das doch haben?!

Tatsächlich hat es das auch! Das belegt eine Untersuchung an eineiigen und zweieiigen Zwillingen, die im Fachblatt PLOS ONE veröffentlicht wurde. Laut dem Forscherteam um James Logan von der London School of Hygiene and Tropical Medicine sei bereits bekannt, dass Frauen häufiger gestochen werden, wenn sie schwanger sind. Auch dickere Menschen und solche mit höherer Körpertemperatur scheinen für Mücken besonders attraktiv zu sein.

Oft werde zudem die Ernährung als Begründung für eine erhöhte Anfälligkeit genannt. So heißt es zum Beispiel, dass Knoblauch und Bier vor Stichen schützen („Jawoll!“, Anm. d. Autors). Allerdings konnte das bisher nicht wissenschaftlich belegt werden („Mist!“, Anm. d. Autors). Wohl aber, dass der Körpergeruch das Mückenstichrisiko beeinflusst.

Um herauszufinden, warum das so ist, entwarfen die Forscher einen speziellen Testparcours. Dabei ließen sie Tigermücken (Aedes aegypti) in einem Flugkanal fliegen, der sich nach einer kurzen Strecke wie ein Y in zwei Wege aufspaltete. Je nach bevorzugtem Geruch konnten sich die Biester nun für einen der beiden Kanäle entscheiden, an dessen oberen Ende jeweils die Hand einer Versuchsperson steckte. Teilnehmer waren 18 eineiige – also genetisch weitgehend identische – und 19 zweieiige weibliche Zwillingspaare, deren Erbgut sich wie das anderer Geschwister erheblich unterscheidet.

Alles eine Frage der Gene!

Nach der Auswertung der Ergebnisse war klar, dass die eineiigen Zwillinge von den Mücken ähnlich oft gestochen wurden. Die Beliebtheit der zweieiigen Zwillinge war hingegen sehr unterschiedlich ausgeprägt.

Laut den Wissenschaftlern beweise dies, dass die Gene darüber entscheiden, wie sehr Mücken auf uns abfahren. Nun sollen in weiteren Untersuchungen die entscheidenden Gene gefunden und die Steuermechanismen dafür identifiziert werden, um am Ende auf Basis der Erkenntnisse „maßgeschneiderte Mittel zur besseren Kontrolle der Mücken und neue Abwehrmöglichkeiten“ entwickeln zu können! Wir beten mit Inbrunst, dass es klappt! Dass es bald klappt!

Auch interessant: Über ein chemisches Signal auf der Haut können die Insekten die Blutgruppe bei den meisten Menschen wahrnehmen. Das erklärt zwar, weshalb Menschen, mit der Blutgruppe 0 doppelt so oft zu Zielscheiben der nervigen Mistviecher werden, wie Menschen mit Blutgruppe A, aber nicht, weshalb diese Blutgruppe einen so besonderen Reiz auf Mücken ausübt. Blutgruppe B liegt im Stech-Ranking übrigens irgendwo dazwischen.