Mittel gegen Krebs: Biontech erzielt Erfolge bei Tests an Mäusen – Das Pharmaunternehmen Biontech ist spätestens seit der Entwicklung eines Corona-Impfstoffes jedem ein Begriff. Bevor man jedoch im Zuge der Pandemie von sich reden machte, waren die Wissenschaftler dort auf der Suche nach einem Heilmittel für Krebs – und haben nicht aufgegeben, wie sich nun zeigt.

Uğur Şahin, CEO von Biontech erklärt: „Als wir 2008 Biontech gründeten, haben wir uns eine grundlegende Frage gestellt: Wenn der Tumor jedes Patienten einzigartig ist, warum behandeln wir dann alle Patienten gleich? Wir haben ein immenses Potenzial darin gesehen, uns das einzigartige Profil eines Tumors zu Nutze zu machen. Ziel war es, das Immunsystem des Patienten in die Lage zu versetzen, die spezifischen Krebszellen zu lokalisieren, sie zu adressieren und den Tumor anzugreifen.“

Biontech geht davon aus, dass das Immunsystem dank der mRNA-Technologie in die Lage versetzt werden kann, sich gegen alle möglichen Viren, Erreger und auch Krebszellen zu wehren.

„Derzeit haben wir 15 Wirkstoffe gegen verschiedene Krebserkrankungen in der klinischen Prüfung“, so Özlem Türeci, Mitbegründerin von Biontech.

Nachdem eines der Mittel bei Mäusen erstaunliche Ergebnisse in der effektiven Bekämpfung von Krebszellen erzielt hat, wurden die Ergebnisse der Untersuchung nun in der Fachzeitschrift „Science Translational Medicine“ publiziert.

Dabei spritzte man den mRNA-Wirkstoff „BNT131“ geradewegs in Darm- und Hauttumore von Mäusen, was den Wissenschaftlern zufolge deren Wachstum zu stoppen vermochte.

Und nicht nur das: Die Wucherungen bildeten sich teilweise sogar komplett zurück.

Selbst weiter entfernt gelegene Tumore, wie etwa in der Lunge, begannen zu schrumpfen. Ermutigende Daten, weshalb nun geprüft werde, ob sich dieser Erfolg auch auf den Menschen übertragen lässt.

Wie einer Sprecherin von Biontech gegenüber de „Bild“ bestätigte, seien bereits erste Studien an wenigen Probanden gestartet wurden, um im ersten Schritt herauszufinden, ob der Wirkstoff Nebenwirkungen im Körper hervorruft oder gar toxisch wirkt.

Erst danach können neue Wirkstoffe und Medikamente im größeren Rahmen getestet werden.

Quelle: bild.de