Mitarbeiter verkaufen alten Blechmüll: Landrat kündigt kompletter Zulassungsstelle fristlos – Frohe Weihnachten werden die Mitarbeiter einer Zulassungsstelle im niedersächsischen Holzminden garantiert nicht haben – oder genauer: die ehemaligen Mitarbeiter. Denn den insgesamt zwölf Angestellten wurde wenige Wochen vor dem Fest fristlos gekündigt. Der Grund: nicht mehr benötigte Kennzeichen.

Wie die „Bild“ berichtete, hatten die Kollegen das alte Blech nämlich beim nahegelegenen Schrotthändler zu Geld gemacht, um die behördliche Kaffeekasse mit ein paar Euro aufzubessern.

Eine Praxis, die man dort schon länger pflegte, um das Geld am Ende des Jahres für die Weihnachtsfeier auf den Kopf zu hauen oder auch der neuen Chefin einen Blumenstrauß zu kaufen – ein Fehler, wie sich zeigen sollte.

Denn kaum hatte man ebenjene Vorgesetzte in die Finanzierungsgeheimnisse eingeweiht, kamen auch schon die Entlassungsschreiben.

Und nicht nur das: Die Mitarbeiter waren vonseiten des Landrates auch noch bei der Polizei angezeigt worden, stünden diese doch unter Verdacht, sich „Eigentum des Landkreises anzueignen, dieses zu veräußern und daraus einen Vorteil zu ziehen“.

Die Erste Staatsanwältin Christiane Wotschke erklärte, selber etwas überrascht, gegenüber der „Bild“: „Es geht nicht um einen Fall von Schwerkriminalität. Wir ermitteln wegen des Anfangsverdachts der Unterschlagung. Es geht dabei um einen dreistelligen Betrag.“

Aus dem Büro des parteilosen Landrates Michael Schünemann ließ ein Sprecher indes verkünden: „Von einer Verwaltung wird erwartet, dass sie redlich und sauber arbeitet. Deshalb mussten wir arbeitsrechtliche Schritte einleiten.“

In diesem speziellen Falle bedeutet dies nicht nur, dass nun zwölf Menschen wegen ein paar Euro ihren Job los sind, sondern auch, dass Holzmindener aufgrund der geschlossenen Zulassungsstelle ihre Wagen nun im benachbarten Kreis anmelden müssen.

Quelle: focus.de