"Menstruierende Männer": Antrag der SPD sorgt für hitzige Diskussionen – In Sachsen sorgt aktuell ein Antrag des SPD-Parteitags für hitzige Debatten, in dem es ausnahmsweise mal nicht um Steuern, Renten oder ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen geht. Stattdessen sollen dort alle öffentlichen Toilettenkabinen eine „Nicht-binäre Toilettenausstattung“ für „menstruierende Männer“ erhalten.

Gemeint sind Menschen, die im Körper einer Frau geboren wurden, sich aber als Männer fühlen

Lebt man entsprechend, lassen sich Periodeprodukte ohne entsprechende Mülleimer auf einer öffentlichen Herrentoilette freilich nur schwer entsorgen. Und genau das will die SPD in Sachsen jetzt ändern.

In dem Antrag heißt es wörtlich:

„Menstruierende Männer und menstruierende nicht-binäre Personen sind auf öffentlichen Männertoiletten bei der Entsorgung von Hygieneprodukten eingeschränkt, da anders als bei Frauentoiletten keine Entsorgungsmöglichkeit für diese innerhalb der Toilettenkabinen vorhanden ist.

Deshalb fordern wir, dass auf allen öffentlichen Toiletten die Toilettenkabinen mit Mülleimern für Hygieneprodukte ausgestattet sind.“

Die Forderung löst gemischte Reaktionen aus

So twitterte Journalist Jan Fleischhauer : „Niemand hat etwas gegen zusätzliche Mülleimer für Hygieneprodukte. Aber eine Partei, die auf einem Parteitag die Probleme ‚menstruierender Männer‘ zu lösen versucht, hat irgendwo in ihrer langen Geschichte den Kompass verloren.“

Gegenüber der „Bild“ erklärte Florian Post, Rechtsexperte der SPD-Bundestagsfraktion: „Die machen eine Politik für Minderheiten in der Hoffnung, dass die Summe daraus eine Mehrheit ergibt. Das ist das Kernproblem der SPD und speziell der Landesverbände, die nahe an den 5 Prozent sind. Und je näher sie dran sind, desto irrer wird es.“

„Es mag für manche schwierig zu verstehen sein, aber nur weil es um Probleme geht, die nicht die Mehrheit betreffen, sollten sie trotzdem nicht ignoriert werden“, verteidigt der SPD-Landesverband indes den Antrag.

„Das hat nichts mit Klientel zu tun, sondern mit Menschlichkeit.“

Quelle: bild.de