Die Idee, abzunehmen, indem der Appetit gezügelt wird, ist nicht neu. Das Einsetzen eines Magenbandes ist allerdings eine reichlich drastische Maßnahme. Dann gibt es da noch diverse Präparate, die wie Tabletten eingenommen werden können, was die Anwendung einfach macht. Allerdings beinhalten diese Produkte häufig medizinische Grundwirkstoffe und führen entsprechend zu diversen Nebenwirkungen. Britische Forscher sind aber jetzt einem Appetithemmer auf der Spur, der Heißhungerattacken auf ganz natürliche Weise beikommen soll.

Der Held im Kampf gegen die Pfunde heißt in diesem Falle „Propionat“. Dabei handelt es sich um ein Abbauprodukt unseres Körpers, welches nach dem Verzehr von Ballaststoffen entsteht. Dieses regt dann wiederum die Freisetzung appetithemmender Botenstoffe an, wodurch dem Gehirn signalisiert wird, dass wir satt sind.

Ein vielversprechendes Mittel also, um ein appetithemmendes Nahrungsergänzungsmittel zu entwickeln, dachte sich eine Gruppe Wissenschaftler vom Imperial College London und machte sich ans Werk. Um die Wirksamkeit zu testen, lud man daraufhin 20 Probanden ein, die man in zwei Gruppen einteilte. Gruppe eins bekam einen Milchshake vorgesetzt, dem Propionat zugefügt war, Gruppe Zwei einen Milchshake ohne Propionat.

Dann zeigte man den Studienteilnehmern Bilder von kalorienreicher Nahrung und warf dabei mittels Magnetresonanztomographie einen Blick in die Hirnareale, die bei Heißhunger üblicherweise aktiv sind. Und wie erhofft reagierten die Probanden, die Propionat zu sich genommen hatten, weniger stark. Und auch nachdem man den Herrschaften einen Teller Spaghetti vorgesetzt hatte, wurde der Unterschied zwischen beiden Gruppen deutlich. Die Teilnehmer, die den Milchshake ohne Zusatz von Propionat verzehrt hatten, aßen zehn Prozent mehr.

Allerdings sei die Zahl der Studienteilnehmer noch zu gering gewesen, um ein abschließendes Urteil über die Wirksamkeit des erhofften Wundermittels zu fällen. Weitere Untersuchungen folgen!