Eine Studie der internationalen Medizingesellschaft Cochrane Collaboration entlarvt die beiden Grippemittel Tamiflu und Relenza als Scheinmedikamente. Die Wirksamkeit sei zweifelhaft, die Nutzung ist seit Jahren umstritten.

Wenn es mal wieder kratzt im Hals und sich Fieber und Gliederschmerzen dazugesellen, ist wohl eine Grippe im Anmarsch. Die entsprechende Pille ist schnell geschluckt, doch bringt sie überhaupt etwas? Im Rahmen einer Studie wurde herausgefunden, dass die Grippemittel Tamiflu und Relenza zwar die Dauer der Symptome um etwa einen halben Tag verringern, Folgekomplikationen oder im schlimmeren Fall gar einen Besuch im Krankenhaus aber nicht verhindern können.

Im Gegenteil: Beide Influenza-Medikamente besitzen gehörige Nebenwirkungen – die Forscher berichten über ein um vier Prozent erhöhtes Risiko für Übelkeit und Erbrechen. Das hören die Hersteller beider Mittelchen natürlich nicht gerne. Der Tamiflu-Produzent Hoffmann La Roche widersprach den Ergebnissen der Studie und beharrt auf die Wirksamkeit. Auch GlaxoSmithKline ist überzeugt: Relenza kann, korrekt eingesetzt, die Dauer der Grippesymptome verkürzen. Der Nutzen sogenannter Neuraminidase-Hemmern ist indes seit Jahren umstritten.