Eine halbe Milliarde Euro sind kein Pappenstiel. Genau diese Summe, 500 Millionen Euro, soll McDonald‘s laut einem Bericht der „Financial Times“ als Steuernachzahlung leisten. Die EU-Kommission, die zur Verfolgung von Unternehmen gegründet wurde, die sich um ihre Steuerschulden drücken, kommt in ihrer laufenden Untersuchung zu folgendem Schluss: McDonald’s Steuersatz hat in Luxemburg bei gerade einmal 1,5 Prozent gelegen.

Die europäische Zentrale des Konzerns liegt in Luxemburg. Der Konzern habe seit 2009 1,8 Milliarden umgesetzt, jedoch lediglich einen Steuersatz von 1,49 Prozent auf diese Umsätze angelegt. Besonders gravierend, wenn man sich vor Augen führt, dass der dortige Steuerersatz eigentlich 30 Prozent beträgt. Doch McDonalds führt mit diesen 500 Millionen Euro als möglicher Nachzahlung, sollte die EU-Kommission diese denn verhängen, die Liste keineswegs an.

Apple: Trauriger Rekord

Die Kaffeekette Starbucks sowie der Automobilhersteller Fiat bewegen sich mit 20 bis 30 Millionen Euro Nachzahlung deutlich unter diesem Betrag. Bei Apple dürfte man sich hingegen wünschen, so glücklich wegzukommen – gegen das Unternehmen verhängte die EU-Kommission satte 13 Milliarden Euro Nachzahlung (plus Zinsen). Apple zahlte in Irland laut Ermittlungsergebnissen der Kommission für seine europäischen Geschäfte nämlich nur Steuern zu einem Satz von 0,005 Prozent.

In den USA will Apple seine Steuern in Milliardenhöhe nachzahlen, sich jedoch gegen die Nachforderungen der EU-Kommission zur Wehr setzen. In den USA betrachten gewisse Kreise die Nachzahlungen sogar als regelrechten Angriff auf amerikanische Unternehmen. Mc Donald’s teilte hingegen kein Veto gegen eine mögliche Nachforderung mit, sondern erklärte seine Bereitschaft, etwaige Säumnisse anstandslos zu begleichen.   
       
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Quelle: sueddeutsche.de