Erinnert ihr euch noch, wie wir vor nicht allzu langer Zeit über den Niedergang von McDonald’s berichteten? Nein? Macht nichts. Totgesagte leben länger, die Zeiten des Goldenen M auf dem absteigenden Ast scheinen vorüber – die Gewinneinbrüche aufgrund gesünderer Alternativen in den USA von 2014 sind Geschichte.   

Mit 120 Dollar befindet sich der Aktienkurs des Fastfood-Riesen auf einem absoluten Hochpunkt. Unlängst wurde nämlich der letzte Quartalsbericht für 2015 veröffentlicht – und der verzeichnet einen Anstieg der Verkäufe um ganze 5,7 Prozent, das entspricht allein in diesem Quartal 1,21 Milliarden Dollar.

Durch Verschlankung zum Erfolg

Doch was ist die Grundlage dieses Erfolgs? Nicht was sondern wer: Steve Easterbrook, ein ehemaliger Buchhalter des Unternehmens, der zwischenzeitlich einer Pizzakette vorstand. Im März 2015 wurde er Generaldirektor von McDonald’s und brachte einige Neuerungen mit.  

So sparte er 300 Millionen Dollar ein, indem er das Personal im Hauptquartier des Unternehmens zusammenstrich, wandelte gut die Hälfte aller US-Restaurants des Branchenriesen in Franchise-Unternehmen um. Damit sind nun 90 Prozent der Restaurants des Goldenen M in selbstständiger Hand. Überdies unterteilte er den Konzern in vier Teilbereiche, stattete jeden (International, USA, Schnellwachsende Märkte, Basismärkte) zur Verbesserung des Informationsflusses mit einem eigenen Bereichsdirektor aus.

Öko-Qualität und günstigere Preise

Um Ketten wie Chipotle und ihrer unveränderten, genfreien Nahrung zu begegnen, verarbeitet McDonald’s Stand jetzt nur noch hormonfreie Milch beziehungsweise Hühnerfleisch. Auf Eier aus Käfighaltung wird ebenso verzichtet, diese stammen aus Freilandhaltung.  

Außerdem fährt der Branchenriese eine neue Strategie, um dem Vorwurf zu begegnen, er sei zu teuer: In den USA führte McDonald’s bereits „McPick2“ ein. Dabei können US-Kunden aus vier Gerichten (McChicken, McDouble, Mozzarellasticks sowie Pommes) zwei auswählen und zahlen für diese lediglich zwei Dollar. Überdies wird das Frühstück jetzt ganztägig serviert, was sich als voller Erfolg erweist.

Man darf gespannt sein, wie Wendy’s, Burger King, KFC und Co. auf Easterbrooks Reformen reagieren.

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