Massive Vernichtungskraft: Schwere russische Artillerie im Einsatz – Wer große Geschütze auffahren will, ohne weitere Wortspiele ertragen und all die Infos aus diesem Text lesen zu müssen, gönne sich mit Genuss dieses Video. Das zeigt die verheerende Macht von gleich drei Speerspitzen der russischen Artillerie im Einsatz: die 2S7 Pion, auch „Malka“ genannt, die 2S5 Giatsint-S, auch ebenso liebevoll wie irreführend nach einer hübschen Blume „Hyazinthe“ genannt. Sowie die desgleichen botanisch designierte „Tulpe“ 2S4 Tyulpan – den größten Gefechtsmörser, den die russische Armee nutzt.

Bei der Malka handelt es sich um eine schwere 203-Millimeter-Artillerie. Laut Informationen des russischen Verteidigungsministeriums benötigt sie eine Mannschaft von sieben Mann, die den Brummer in fünf bis sechs Minuten in Gefechtsbereitschaft versetzen kann. In knapp fünf kann das Geschütz wieder in transportfähigen Zustand versetzt werden. An der Lafette befinden sich vier Projektile Reserve für direkten Einsatz ohne Nachschub. Die konventionelle Reichweite dieser verheerenden Waffe: 37,5 Kilometer.

Kommen raketenunterstützte Projektile ins Spiel, schießt die Malka bis zu 55,5 Kilometer weit. Sie gilt nach wie vor als die schwerste herkömmliche Artillerie Russlands, seit sie 1983 in Dienst gestellt wurde. Dabei kann sie nukleare Gefechtsköpfe verfeuern.

Diese Waffe ist so laut, dass sie über einen akustischen Beschussalarm mit fünf Sekunden Vorwarnzeit verfügt. 

Soldaten, die bis dahin nicht in Sicherheit sind oder auf Schutz geachtet haben, können durch den Donner der Artillerie taub werden oder durch die bloße Druckwelle des Beschussvorgangs einen Kreislaufschock erleiden und die Besinnung verlieren … Insgesamt benötigt die Waffe 14 Mann Besatzung – sieben für das Schießen und sieben für den Betrieb eines Unterstützungsfahrzeugs, das weitere vier Geschosse enthält und den Nachschub sichert.

So groß ist die Reichweite dieser Waffe, dass sie zweimal feuern und die Mannschaft die Position wechseln kann, bis das erste Geschoss überhaupt am Bestimmungsort in über 40 Kilometern Entfernung eintrifft. Bis ein Gegner antwortet, ist die Artillerie längst unterwegs, vorausgesetzt, der Feind verfügt über Gegenradar.

Die Selbstfahrlafette „Hyazinthe“ 2S5 aus diesem Video kann dank Kaliber 152 Millimeter nukleare Gefechtsprojektile verschießen. Bis zu 30 dieser Geschosse mit einer Reichweite von 28 Kilometern bzw. 33 bis 40 km bei Raketenassistenz können transportiert werden. Munitionstypen mit Splittermunition, Phosphor oder Rauch sind drin. Voll bemannt schafft die 2S5 fünf bis sechs Schuss pro Minute. Überdies wird ein Fahrzeug von einem Munitionslaster mit 30 weiteren Schuss begleitet.

Letztes System im Reigen ist der Gefechtsmörser mit Selbstfahrlafette 2S4, „Tulpe“ – bis heute mit 240-Millimeter-Munition der größte Mörser der Russen im Gebrauch. Es sind eindrucksvolle Bilder technischer Meisterleistungen, aber sie stimmen nachdenklich.