Das Fachjournal 'JAMA Psychiatry' dürfte den wenigsten unter euch ein Begriff sein, die dort kürzlich veröffentlichten Ergebnisse einer Studie der Columbia University dafür aber umso mehr Menschen interessieren. Denn die amerikanischen Wissenschaftler kommen darin zu dem Schluss, dass der Konsum von Marihuana bei Erwachsenen keine psychischen Störungen auslöst. Damit ist eine langgehegte Vermutung widerlegt, die einen nicht unwesentlichen Teil zum schlechten Ruf der Pflanze beigetragen hat.

Diese Erkenntnis fußt auf einer Untersuchung der Daten von 35.000 Erwachsenen, die sich an einer nationalen epidemiologischen Erhebung über Alkohol und andere Substanzen beteiligt hatten. Über Jahre hinweg wurde mehrfach überprüft, ob die Marihuana-affinen Teilnehmer psychische Störungen entwickelt hatten, natürlich unter Berücksichtigung von Störfaktoren wie beispielsweise soziodemographische Merkmale, die Familiengeschichte, die Umwelteinflüsse und psychiatrische Störungen in der Vergangenheit oder der Gegenwart.

Und das Ergebnis: Weder Depressionen, Angstzustände noch bipolare Störungen können direkt durch die Pflanze hervorgerufen werden.

Dafür konnte allerdings ein Zusammenhang zwischen Marihuana-Konsum und anderen Suchtmitteln festgestellt werden. Wer eine Droge häufig konsumiere, der sei auch offen für andere Substanzen, sagen die Experten und nennen als klassisches Beispiel die Wechselwirkung von Bier und Zigaretten. So zeigte sich bei Kiffern eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, Alkoholprobleme zu entwickeln und sie fingen im Vergleich zu drogenfreien Menschen doppelt so oft mit dem Rauchen an.

Inwieweit diese Ergebnisse nun Einfluss auf die politische Sicht auf Marihuana haben, bleibt abzuwarten. Allerdings fordern die Forscher schon jetzt, dass die offiziellen Informationsbroschüren zu dem Thema geändert werden sollen. Immerhin wird darin nicht mit dem Hinweis gegeizt, dass kiffen Depressionen auslösen könne. Selbst bei Hunden!