Dass viele Menschen gerade im Rentenalter Muße und Lust entwickeln, sich Themen wie Schrebergarten oder Rosenzucht zu widmen, ist gemeinhin bekannt. Wenn man das mit über 90 immer noch kann, weil man entsprechend rüstig ist, ist das sicher noch schöner. Wenn jedoch im schwäbischen Landkreis Günzburg die Polizei verständigt wird, weil jemand dieses gesetzten Alters im Seniorenheim Cannabis stehen hat, ist das schon kurioser.

Im Krumbacher Seniorenheim stieß eine Mitarbeiterin auf eine Pflanze auf dem Balkon einer hochbetagten Bewohnerin. Weil ihr der Bewuchs verdächtig vorkam, wandte sich die Frau an die Polizei. Diese rückte am Sonntag an und nahm die Gewächse der Rentnerin in Augenschein.

Keine freiwillige Herausgabe

Dabei offenbarte sich, dass es sich bei der Pflanze tatsächlich um Cannabis handelte. Mit der Sachlage konfrontiert und von den Beamten über Namen und Zweck der Pflanze aufgeklärt, schien die Seniorin alles andere als glücklich, als ihre Balkonpflanze konfisziert werden sollte, wie aus einem Bericht des „Spiegels“ hervorgeht.

In einem Bericht der Polizei heißt es: „Die Bewohnerin war völlig überrascht, da sie die Bezeichnung der Pflanze nicht kannte und über ein Verbot des Anbaus nichts wusste. Da ihr die Pflanze jedoch gefiel und sie sie schon länger hegte und pflegte, war sie mit einer Sicherstellung durch die Beamten nicht einverstanden.“

Ursprung unklar

Demnach folgten mehrere Erklärungsversuche und gutes Zureden, bis die hochbetagte Dame die Pflanze letztlich herausgab. Bislang konnte nicht ermittelt werden, wie die 91-jährige Seniorin an Cannabis-Saaten gelangt war. Sie wird die Pflanze nicht zurückerhalten – da es sich dabei um ein Betäubungsmittel handele, müsse diese absehbar vernichtet werden, erklärte ein Beamter.

Quelle: spiegel.de