Klischees sind doch etwas Schönes, vor allem dann, wenn sie die Geschlechter betreffen. Während Frauen nicht einparken können, eine Schwäche für Schuhe und Handtaschen haben und reden wie ein Wasserfall, klappen Männer nie die Kloschüssel herunter, sind Meister im Handwerken und hören prinzipiell nie zu. Männer und Frauen passen in so vielerlei Hinsicht nicht zusammen, dass sie sich aus anderer Perspektive perfekt ergänzen. Ein weiteres Klischee betrifft die Gesundheit der Männer. Das sogenannte starke Geschlecht fühlt sich in eben dieser Rolle meist unheimlich wohl, möchte in der Beziehung das Sagen haben, sieht sich gerne in der Beschützerrolle und kennt auf keinen Fall Schmerzen. Mit dem Hammer auf den Daumen geschlagen? Kein Problem, wenn es sein muss, wird kurz kaltes Wasser drüber laufen gelassen. Eine Fleischwunde zugezogen? Super, die Narbe kann man später stolz herumzeigen.

Der Mann steht über solchen Dingen. Schmerzen werden weggelächelt und mit einem Schulterzucken abgetan. Es sei denn... Ja, es sei denn, der Mann ist krank. Männer leiden nämlich tatsächlich mehr als Frauen, wie Netdoctor laut einer Studie der US-amerikanischen Akademie der Wissenschaften berichtet. Aufgrund des Testosterons reagiert das Immunsystem von Männern schwächer als das von Frauen, Männer können also gar nicht anders, als zu leiden – das liegt eben in ihrer Natur. Das Immunsystem von Frauen bildet nach einer Grippeimpfung beispielsweise mehr Antikörper. In dem Fall haben Männer ihren Frauen gegenüber also bereits die perfekte Antwort parat, wenn diese denn meint, er würde sich „anstellen“. Er kann ja nichts dafür.

1. Der sogenannte Männerschnupfen

Der sogenannte Männerschnupfen ist das perfekte Beispiel zum Einstieg in die Aufzählung der typischen Männerkrankheiten. Bei einer Erkältung ist ein gut funktionierendes Immunsystem sehr wichtig. Zwar funktioniert dieses auch bei Männern trotz und mit erhöhtem Testosteronspiegels, jedoch eben nicht so gut wie bei der Damenwelt. Der männliche Körper muss mehr gegen die Krankheit ankämpfen, natürlich leidet Mann dabei deutlich mehr als Frau.

Abgesehen davon ist eine Erkrankung dieser Art auch gar nicht so ohne weiteres wegzustecken. Der Körper arbeitet nur noch auf Sparflamme, mehrere Bereiche sind betroffen. Die Nase juckt und läuft, der Hals kratzt und schmerzt. Hinzu kommen Husten, Kopf- und Gliederschmerzen. Nicht selten kommt es sogar zu Fieber und Schüttelfrost. Ein solcher grippaler Infekt streckt Frauen für wenige Tage schließlich auch nieder.

Doch warum wird ein grippaler Infekt bei Männern als Männerschnupfen abgetan, während Frauen sich das Recht herausnehmen, sich für einige wenige Tage mit einer extragroßen Box Taschentücher und einer Wärmflasche ins Bett zu legen und diese Auszeit sogar im Zweifel noch genießen? Vielleicht, weil Männer oftmals bereits beim erste Kribbeln in der Nase oder mit dem ersten Nieser sagen „Ich werde krank“, sich vorsichtshalber mit einer Wolldecke vor den Fernseher setzen und sich gerne bedienen lassen möchten. Das ist natürlich nur eine Mutmaßung und trifft nicht auf jeden Mann zu. Was kann aber tatsächlich getan werden, um dem Tod durch Schnupfen von der Schippe zu springen?

  • Bettruhe
    Das ist tatsächlich die beste Medizin. Auskurieren im Bett oder auf dem Sofa, selbst ohne Fieber sollten schwere körperliche Betätigungen wie beispielsweise Sport vermieden werden.

  • Inhalieren
    Wenn der Schnupfen besonders plagt, dann ist Inhalieren ein gutes Mittel zur Bekämpfung. Der heiße Dampf lässt die Schleimhäute abschwellen, die Erkältung ist schneller überwunden. Ähnliches gilt bei Husten.

  • Medikamente
    Medikamente bedeuten in dem Fall nicht unbedingt die Chemiekeule. Rezeptfreie Naturprodukte tun es auch, um manche Schmerzen zu lindern, wie zum Beispiel Salbeibonbons gegen Halsschmerzen.

  • Hühnerbrühe
    Es mag wie ein Mythos klingen, ist aber Fakt: Während einer Erkältung essen sowohl Männer als auch Frauen bevorzugt Hühnerbrühe. Das hat seinen Grund: einerseits liegt die Brühe nicht schwer im Magen, andererseits lindert sie Beschwerden wie Husten und Schnupfen.

2. Rückenschmerzen

Die Volkskrankheit Rücken trifft nicht nur Männer, sondern auch Frauen. Klischeehaft beißen Frauen in dem Fall dennoch eher die Zähne zusammen, waschen und bügeln die Wäsche, während Männer zwar durchaus noch den Bierkasten ins Haus tragen können, für das Heruntertragen des Mülleimers allerdings viel zu große Schmerzen haben. Richtig leiden tun nur wenige Männer, jedoch bringen sie es durch Erwähnung und dem Liegenbleiben auf dem Sofa zum Ausdruck.
Rückenschmerzen können unterschiedliche Ursache haben, oftmals sind die Schmerzen bereits wieder verschwunden, bevor eine genaue Diagnose gestellt werden kann. Dabei ist „Rücken“ nicht mal eine Alterserscheinung, wie es gerne mit „du wirst halt ein alter Mann“ umschrieben wird. Tatsächlich können diese Probleme in jedem Alter auftreten.

Wie aber werden akute Rückenschmerzen am besten behandelt? Viele Männer neigen dazu, sich erst einmal hinzulegen. Auch hier bevorzugt auf das Sofa vor dem Fernseher. So richtig krank sind sie ja nicht, deshalb darf es ruhig ein Bier sein, dies muss allerdings gebracht werden.

  • Dabei ist dies der falsche Weg. Solange es sich nicht um einen Hexenschuss handelt, ist Bewegung in dem Fall die beste Medizin. Dabei sollten die Regionen mit Bewegung gefördert werden, die nicht von den Schmerzen betroffen sind. Dadurch wird die Durchblutung gefördert und die Schmerzwahrnehmung gedämpft.

  • Allerdings sollte nicht plötzlich mit Sport begonnen werden, weil Rückenschmerzen auftreten. Wer vorher nur weniger körperlicher Belastung ausgesetzt war, kann durch eine plötzliche Veränderung den Bewegungsapparat gefährden. Einige Tipps für einen gesunden Rücken hält auch Gesundheit.de bereit.

  • Nicht ganz unwichtig ist aber auch das Bett, denn wer jede Nacht falsch liegt, kann davon letztendlich nur Rückenschmerzen bekommen. Abhilfe schafft die richtige Matratze, die am besten durch eine vernünftige Beratung ermittelt werden sollte. Auch das Wasserbett soll an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben, entlastet dieses doch die Bandscheiben und passt sich an die individuelle Körperform an. Aber Vorsicht, wird der Härtegrad des Wasserbetts nicht korrekt eingestellt, so kann der gegenteilige Effekt eintreten und die Rückenschmerzen werden nicht gemildert. Körpergröße, Gewicht und typische Schlafpositionen sollten dabei unter anderem berücksichtigt werden – eine genaue Anleitung für die richtige Füllmenge gibt es hier.

3. Zahnschmerzen

Während eingangs gesagt worden ist, dass Männer bei durch Verletzungen resultierenden Schmerzen locker die Zähne zusammenbeißen können, ist dies etwas ganz anderes, wenn es tatsächlich die Zähne selbst betrifft. Zahnschmerzen gehören bei Männern und Frauen wohl gleichermaßen zu den unangenehmsten Schmerzen. Das kann daran liegen, dass der Mund täglich gebraucht wird, zum Reden, Essen, Trinken und Küssen. Ist im Mund etwas nicht in Ordnung, kann der Schmerz nicht weggelächelt werden, sondern ist immer präsent.
Warum stellen Männer sich aber angeblich mehr an, wenn sie Zahnschmerzen haben? Das könnte daran liegen, dass sie – wie bei allen anderen Krankheiten auch – am liebsten den Gang zum Arzt meiden und auf Spontanheilung hoffen. Bei Zahnschmerzen allerdings ist der Weg zum Zahnarzt unvermeidlich. Wird dies weiter hinausgeschoben, wird die entstehende Baustelle immer schlimmer. Der kleine Schmerz, der zu Beginn nur bei dem Genuss von besonders heißen oder kalten Speisen und Getränken zu spüren war, wird früher oder später zu einem Schmerz, der bei jedem Bissen auftritt, bis er dann sogar dauerhaft da ist und nur mit Schmerzmitteln unterdrückt werden kann. Dass dies aber nicht die endgültige Lösung sein kann, sollte klar sein.

  • Bei Zahnschmerzen ist entsprechend der einzige Tipp, der gegeben werden kann:
    ab zum Zahnarzt und das am besten so früh wie möglich, damit die große Behandlung, die oftmals befürchtet wird, gar nicht entstehen muss.

4. „Alterserscheinungen“

Was bei Frauen die Wechseljahre sind, wird bei Männern gerne mit der Midlife-Crisis abgetan. Natürlich fällt es Männern und Frauen gleichermaßen schwer, sich mit dem Altern abzufinden. Nach der Pubertät, die aufregend und spannend war, steht dem Körper im mittleren Alter eine weitere große Veränderung bevor, die aber längst nicht so positiv angenommen wird wie damals zu Jugendzeiten. Bei Männern bedeutet dies zum Beispiel Haarausfall. Dies darf Frau keinesfalls belächeln, denn auch der Mann ist eitel und wie würde eine Frau wohl reagieren, wenn sie abgesehen von den ersten grauen Haaren plötzlich mit Geheimratsecken leben müsste?

Der entsprechende Tipp für die Damenwelt lautet also, sich niemals, wirklich niemals über den Haarverlust eines Mannes lustig zu machen. Manch einer wird eventuell mit einem guten Spruch kontern, abends steht er dann aber doch vor dem Spiegel und betrachtet die Problemzone ganz genau und sorgenvoll. Was kann aber der Mann gegen Alterserscheinungen dieser Art tun?

  • In erster Linie Akzeptanz erlernen. Der Körper bleibt schlicht und einfach nicht ewig jung, das Altern gehört zum Leben dazu.

  • Dennoch kann die Ursache für Haarausfall auch eine medizinische sein. Einen Arzt zu konsultieren ist dementsprechend keine schlechte Idee, eventuell kann die Haarpracht dadurch für ein paar weitere Jahre erhalten bleiben.

5. Erektionsstörungen

Erektionsstörungen sollten und dürfen nicht als Wehwehchen abgetan werden, können sie doch schwerwiegende psychische Probleme mit sich bringen. Dennoch dürfen sie an dieser Stelle nicht fehlen, da mehr Männer davon betroffen sind, als sie über ihre Geschlechtsgenossen glauben. Fast jeder fünfte Mann sogar, um genau zu sein. Es ist dementsprechend nichts, für das „Mann“ sich schämen bräuchte und dennoch wird nicht gern darüber gesprochen. Sex ist ein wichtiges Thema, jeder möchte im Bett gut sein und würde niemals vor seinen Kumpels zugeben, dass er nicht mehr so kann wie er möchte.

Erektionsstörungen können unterschiedliche Ursachen haben, sowohl körperliche als aus psychische. Zunächst gilt es dementsprechend, Ursachenforschung zu betreiben. Manches Mal kann ein ganz einfacher Grund die Ursache sein:

Ein anderes Mal aber liegt der Störung eine Krankheit zugrunde. Wie bei so vielen anderen Krankheiten sollte trotz der Scham ein Arzt aufgesucht werden.
Wer weiß, dass die Erektionsprobleme nicht die Folge einer anderen Erkrankung sind, kann zur Verbesserung der Potenz auf einige Hausmittel und Präparate zurückgreifen:

  • Zink
    Zink fördert die Produktion von Geschlechtshormonen.

  • Ginseng
    Ginseng verbessert die Durchblutung. Diese muss gefördert werden, da sich bei einer Erektionsstörung die Schwellkörper im Penis nicht ausreichend mit Blut füllen.

  • Ginko biloba
    Fördert ebenfalls die Durchblutung.

  • Ausreichend Schlaf
    Auch Schlafmangel kann die ganz einfache Ursache sein. Wer unter Erektionsstörungen leidet, sollte mindestens 6, besser 8 Stunden in der Nacht schlafen, um dem Körper die nötige Ruhe zu gönnen.

  • Entspannungsübungen
    Yoga und Co. sind nicht nur Frauensache. Männer können sich auf diese Weise ebenso gut entspannen und Entspannung ist wichtig, um Stress abzubauen, der wiederum zu Erektionsstörungen führen kann.