In nur 110 Jahren sind die Männer Europas um durchschnittlich elf Zentimeter gewachsen. Forscher sprechen von einer „Wachstumsexplosion“ und nennen das verbesserte Gesundheitswesen als Hauptgrund für diesen Größenunterschied zu unseren Vorfahren.

Das Forscherteam um den Ökonomen Timothy Hatton untersuchte die Zeitspanne zwischen 1870 und 1980. Durch die Untersuchung von militärischen und medizinischen Unterlagen über junge Männer aus 15 Ländern Europas konnten die Forscher ermitteln, dass die Männer im Durchschnitt um elf Zentimeter größer geworden sind.

Hauptgrund für diese Wachstumsexplosion seien die Fortschritte bei der Bekämpfung von Krankheiten. „Wichtigste Quelle für das größere Wachstum war ein verbessertes Gesundheitsumfeld“, berichtet Hatton in der Studie. „Höhere Einkommen, bessere Bildung und kleinere Familien hatten bescheidenere Effekte.“

Die steilste Wachstumskurve wurde dabei in den nordeuropäischen Ländern festgestellt. Im Süden Europas und in Frankreich begannen die Männer erst nach dem Zweiten Weltkrieg, in die Höhe zu schießen. Bei den Untersuchungen wurde jedoch nur die männliche Bevölkerung berücksichtigt, da es über die Größe von Frauen nur wenige genaue Daten gibt.