Wie jede menschliche Errungenschaft ist auch das Internet Trends unterworfen. Ein besonders seltsamer davon: Menschen, die vor HD-Kameras treten und der Welt erzählen, sie wären Zeitreisende.

Der junge Mann aus diesem Video nennt sich Noah und er behauptet, ursprünglich aus dem Jahr 2030 zu stammen. Weil man solchen steilen Thesen naturgemäß eher skeptisch gegenübersteht, erklärt er sich zu einem Lügendetektor-Test bereit – den er bestanden hat. Natürlich immer vorausgesetzt, dass hier wirklich alle Umstände stimmen, wie man uns glauben machen möchte…

Im Gegensatz zu dem Mann, den die CIA angeblich in das Jahr 2116 geschickt hat, und der mit einem arg verschwommenen Beweisfoto zurückgekehrt ist, hat Noah keine stofflichen Belege für seine Zeitreise aus der entsprechenden Epoche mitgebracht.

Stattdessen will er sich auf die Wahrheitsfindungsfähigkeiten des sogenannten Polygraphen oder Mehrkanalschreibers verlassen, umgangssprachlich Lügendetektor genannt. Auf die Frage hin, ob er ein Zeitreisender sei, antwortet er mit „Ja“ – und der Apparat bestätigt, dass er die Wahrheit sagt.

Wobei anzumerken ist, dass Menschen mit der richtigen Ausbildung in der Lage sein sollen, einen Polygraphen zu täuschen. Falls diese überhaupt echt war.

Wie nahezu alle dieser neuen Video-Zeitreisenden behauptet auch Noah, sein Leben zu riskieren, indem er den Menschen aus unserem Zeitalter offenbart, was in Zukunft so alles passieren wird.

Dies hält ihn nicht davon ab, dennoch einige „Vorhersagen“ von sich zu geben, die jeder halbwegs gestandene Zukunftsforscher oder Kenner elektronischer Geräte durchaus auch unterschreiben würde, ohne Zeitreisen zu können:

So sollen Bitcoins irgendwann einen Status als richtige Währung erlangen, 2020 das Wiederwahljahr für Donald Trump werden, 2021 das Jahr sein, in welchem die künstliche Intelligenz einen Durchbruch feiert, Elektroautos sollen alle Geschwindigkeitsrekorde brechen und die Menschheit 2028 auf den Mars fliegen.

2028 soll die Menschheit übrigens auch endgültig erfahren, dass es Zeitreisen gibt. Komisch, wir dachten, das hätten wir jetzt schon, Noah!? Wir fragen uns: Wieso sprechen Teenager aus dem Jahr 2030 genauso stammelndes „Like“-Englisch wie solche von 2018? (Das „like“ wird in englischer Alltagssprache wie das deutsche „äh“ verwendet.)

Und müsste es nicht ein Leichtes sein, den Gegenwarts-Noah in unserer Zeit zu finden und den 2030er-Noah mit einem DNS-Test mit ihm zu vergleichen … ?