Playboy-Model Lindsey Pelas beklagt: „Schön zu sein bedeutet, dass Leute einen nicht ernstnehmen.“ – Schon zu Schulzeiten prägt sich der Glaube, dass den schönen Menschen dieser Welt alles leichter zu fallen scheint, dass ihnen Aufmerksamkeit und Sympathie quasi von ganz allein zufliegen. Im Erwachsenenalter übernehmen dann Models und Influencer diese Rolle, doch auch die haben so ihre Probleme, wie Lindsey Pelas in einem Interview verriet.

Pelas, die bereits für den Playboy vor der Kamera stand, hat aus ihrem Körper Kapital gemacht und zeigt sich ihren Fans im Netz recht freizügig, gegen Geld auf „OnlyFans“ mitunter sogar nackt. Das Aussehen dafür hat sie fraglos, doch wie das Glamour-Model gegenüber „The Sun“ verriet, wird sie von den Leuten genau deshalb immer wieder für dumm oder auch bösartig gehalten.

„Leider denke ich, dass schön zu sein bedeutet, dass die Leute einen nicht ernst nehmen“, seufzt Pelas. „In meinem Leben musste ich oft beweisen, dass ich klüger und talentierter bin, und nicht nur schön.“ Die 31-Jährige berichtet außerdem von bösartigen Kommentaren im Netz und anmaßenden Nachrichten von Männern, die ihr Auto reparieren oder wissen wollen, was ihr Mann oder ihr Vater beruflich denn so machen.

„Viele Leute gehen völlig davon aus, dass sich ein Mann um mich kümmert.“

Pelas erklärt, dass viele Menschen, die eine hübsche Frau sehen – erst recht eine, die sich ihres Aussehens bewusst ist –, sich sofort eine Meinung bilden: „Sie muss eitel sein. Oder sie hat nichts anderes zu bieten.“

„In einer patriarchalischen Gesellschaft kann eine Frau nicht gewinnen, egal was passiert. Wenn du hässlich bist, bist du nicht erwünscht und niemand schaut dich an. Wenn du schön bist, mussten sie sich etwas einfallen lassen, also haben sie sich für dumm entschieden, und das hat sich wirklich durchgesetzt.“

Der 31-Jährigen zufolge sei das Klischee der hübschen, dummen Mädchen in Fernsehsendungen, Filmen, Zeitschriften und Büchern zu finden: „Die Geschichten wurden ausgeheckt, um einige Leute an der Macht zu halten, die von diesen Stereotypen profitieren.“

Bei Männern verhielte es sich anders:

„Ich sehe nicht viele Kommentare darüber, dass The Rock dumm ist. Und ich sehe auch nicht viele Kommentare, in denen Mark Whalberg, der ein Sixpack hat und jeden Tag um 4 Uhr morgens aufsteht, um zu trainieren, gesagt wird, dass er ein Idiot sein muss, und wie er Zeit die Zeit fände, sich um seine Kinder zu kümmern.“

Auch dass schöne Frauen gemein oder böse sein müssen, sei ein Produkt von Fernsehsendungen und Filmen, wo die Blondine mit den großen Brüsten oft das Arschloch sei:

„Diese Geschichten werden uns immer wieder vorgesetzt, und sie werden zu unseren Lieblingssendungen und -filmen, und sie beeinflussen uns wirklich auf einer unterbewussten, tieferen Ebene. Wenn unser Gehirn versucht, sich ein Bild von den Menschen zu machen, haben wir all diese Bilder vor Augen: ‚Oh, blond, große Brüste, sie gehört in diese Kategorie! Denn das habe ich immer wieder gesehen.‘“

Entsprechend seien Leute häufig überrascht, wenn sie herausfänden, dass Pelas eigentlich ziemlich nett ist.

„Viele Leute wären überrascht, dass viele der berühmtesten Glamour-Models im Internet und in der Welt die nettesten, philanthropischsten, freundlichsten, intelligentesten, gemeinschaftsverändernden und mutigsten Menschen sind, die ich je getroffen habe.“

Auch den Vorwurf, dass sie eine Anti-Feministin sei, möchte Pelas nicht auf sich sitzen lassen: „Die Leute sagen vor allem: 'Wie kannst du Feministin sein und ein sexy Bild posten? Spielst du nicht in die Rolle dessen, was sie wollen?‘“

Doch das Gegenteil sei der Fall: „Die meiste Zeit mache ich keinen Mann reicher. Ich mache Geld für mich selbst.“

Zudem habe sie mit 8,6 Millionen Followern auf Instagram, 1,8 Millionen auf Twitter, 1,3 Millionen auf Facebook und fast 200.000 auf TikTok eine riesige Plattform, um Feminismus voranzutreiben und sich gegen häusliche Gewalt auszusprechen.

„Ich habe natürliche große Brüste, die seit der achten Klasse entstanden sind. Ich wurde also schon in jungen Jahren einfach durch meinen natürlichen Körpertyp als Schlampe bezeichnet. Sobald ich also erfuhr, dass diese Bezeichnung nichts mit meinem moralischen Charakter oder dem Schlafen mit Männern zu tun hatten, wurde mir klar: 'Oh, ich werde sowieso tun, was ich will.‘“

„Und wenn das bedeutet, sich heiß anzuziehen, dann ist das eben so. Wenn das bedeutet, Fotos von mir zu machen, dann ist das eben so.“

Immerhin könne Nacktsein für Frauen auch ein Statement sein: „Schauen Sie sich viele Länder an, die wir als Amerikaner gerne kritisieren und sagen, dass sie so unterdrückend für Frauen sind, dass sie nicht zur Schule gehen dürfen, dass sie ihr Gesicht bedecken.“

„Nun, was ist das visuelle Gegenteil davon, wenn jemand gezwungen ist, sich von Kopf bis Fuß zu verhüllen? Meiner Meinung nach ist das Gegenteil, dass ich nackt bin.“

Quellen: thesun.co.uk , tag24.de