Die einen behaupten, Alkohol sei ein bösartiger Dämon, andere wiederum, er sei sehr viel besser als sein Ruf. Dass übermäßiger Konsum dem Körper schadet, dürfte zwar jedem klar sein, und doch halten sich hartnäckig Gerüchte, dass bestimmte Mengen der Gesundheit förderlich sind. Eine großangelegte europäische Langzeitstudie bringt nun Klarheit.

In einem gewissen Rahmen schützt Alkohol demnach tatsächlich vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Dies gilt allerdings nur für Menschen, die stets einen gemäßigten Umgang mit der Volksdroge Nummer Eins gepflegt haben. In diesem Fall sinkt das Sterberisiko um bis zu 14 Prozent gegenüber Nichttrinkern. Wer es jedoch über längere Zeit hinweg hat krachen lassen, der fällt aus dem Raster.

Das Risiko, an Herzerkrankungen, Krebs oder einer anderen Krankheit zu sterben, erhöht sich in diesem Falle um das 1,2- bis 1,8-fache. Dies gilt leider auch, wenn man seine Trinkgewohnheiten mit zunehmendem Alter wieder in den Griff bekommen hat. Dennoch kann es nie schaden, sich in Zurückhaltung zu üben, denn Sterbeursachen wie Krankheiten des Verdauungstraktes, Unfälle oder Gewalteinwirkungen sind bei Vieltrinkern siebenmal so häufig.

Hält man sich an die Empfehlungen der American Heart Association, des World Cancer Research Fund sowie des National Institute on Alcohol Abuse and Alcoholism, kann man nicht viel falsch machen. Deren Studien zufolge liegen gesunde Frauen mit zwölf Gramm Alkohol pro Tag im grünen Bereich, was einem Glas Bier, Wein oder Schnaps entspricht. Männer dürfen mit 24 Gramm ihrer Gesundheit zuliebe ruhigen Gewissens zum Feierabend zwei Gläschen schlürfen.