Kürzlich klagte ein Urlauber, weil er am Poolrand ausgerutscht war und sich dabei eine Platzwunde zuzog. Die Richterin wies die Klage mit dem Argument ab, dass jeder Urlauber nach allgemeiner Lebenserfahrung damit rechnen müsse, dass es in Poolnähe eine erhöhte Rutschgefahr gebe. Logisch irgendwie.

Während die Judikative in Deutschland den Menschen demnach offenbar so etwas wie Verstand zutraut, ist das in den Vereinigten Staaten ganz anders. Komisch eigentlich, wenn man bedenkt, dass dort trotzdem jeder rumballern darf - aber zurück zum Thema.

Nachdem ihr kettenrauchender Mann mit 36 Jahren an Lungenkrebs starb, verklagte seine Witwe die amerikanische Tabakfirma R.J. Reynolds, da diese angeblich ihre Kundschaft nicht ausreichend über das Suchtrisiko und die Gefahren des Rauchens aufgeklärt, ja diese gar verheimlicht habe. Der Anwalt der Dame dazu:

„RJ Reynolds ging ein Risiko ein, als sie Zigaretten herstellten und diese an Kunden verkauften, ohne sie richtig über die Gesundheitsschäden zu informieren."

Ah ja, denkt man sich hierzulande und möchte der Dame gerne ein Memo schicken, welches sie darauf hinweist, wie lebenswichtig es ist, Nahrung zu sich zu nehmen und mit geschlossenen Augen besser nicht Auto zu fahren. Doch so sehr man sich geneigt fühlt, über die Klage zu spotten ... die Frau bekam Recht!

Und nun kommt's: Der zugesprochene Schadensersatz beläuft sich auf unglaubliche 23,6 Milliarden Dollar!

Als Konsument der Produktpalette des Konzerns, zu der bekannte Marken wie Camel, Pall Mall oder Natural American Spirit gehören, kommt man da schon ins Grübeln. Möchte man aber eines Tages mit einer ähnlichen Klage vor Gericht bestehen, sollte man Letzteres besser tunlichst vermeiden. Zumindest im Land der unbegrenzten Möglichkeiten.