Kuriose Hochzeit: Weil Bräutigam zecht, heiratet Braut wen anders – Die Welt ist nicht arm an bestätigten Berichten von Hochzeiten, die so kurios endeten, dass man an eine frei erfundene Geschichte glauben möchte. Nun ist eine weitere hinzugekommen, welche von einer großen indischen Tageszeitung bestätigt wurde: Weil ihr Verlobter kurz vor der Vermählung dermaßen Party machte, dass sich die Hochzeit um Stunden verzögerte, heiratete die Braut kurzerhand jemand anderen.

Klar ist: Bevor man den Bund fürs Leben schließt, sollte man sich auf das Ereignis nicht nur mental vorbereiten. Durchzechen, um dann später vor dem Altar zu stehen – das sollten wenn überhaupt wohl nur Braut und Bräutigam gemeinsam. Im indischen Dorf Chelana Village ließ sich der Bräutigam bereits in der Anfangsphase der Zeremonie zu sehr gehen und zahlte letztlich den Preis für die Fete mit seinen Kumpels.

Stundenlange Verzögerung

Der Baarat genannte Hochzeitsmarsch für den Bräutigam begann am Sonntag, den 15. Mai 2022, am Haus der Braut: Um 9:00 Uhr morgens war es soweit. Der Plan sah vor, dass Braut und Bräutigam danach um 13:15 Uhr mit einem weiteren Teil des Zeremoniells beginnen, bei dem die Ehegelübde bei einem Ritual namens Pheras ausgetauscht werden. Doch bereits während des Baarat hatten der Bräutigam und seine Freunde jede Menge Spaß, tranken kräftig und tanzten zur Musik des DJs.

Allein das verzögerte die feierliche Prozession um Stunden, wie „India Today“ berichtet. Der Bräutigam gab Gas, becherte mit seinen Kumpels und legte eine heiße Sohle nach der anderen aufs Parkett (oder besser: den Asphalt), während die Braut und ihre Familie auf den Baarat warteten und warteten. Schließlich wurde es ihr zu dumm – sie schickte Nachricht an den Marsch, er möge umkehren. Ihre Familie entschied derweil für sie, dass ein anderer Bräutigam geeigneter sei.

Doch das war nicht das Ende des Vorfalls:

Denn die Familie des Bräutigams empfand nun ihrerseits dessen Ehre als geschasst – und begab sich direkt am nächsten Tag zur Polizeistation Rajgarh, um Beschwerde gegen die Leute der Braut einzureichen. Ihr Argument: Sie seien besorgt über die zukünftigen Ehegelübde der Braut, wenn sie und ihre Familie doch bereits beim aktuellen Pheras-Ritual so wenig Sorgfalt und Verantwortung zeigten. Bei dem Ritual einer Hindu-Hochzeit umschreiten Braut und Bräutigam eine geheiligte Flamme.

Dabei tauschen die künftigen Eheleute sieben Schwüre aus, während sie um das Feuer gehen. Mit diesen Eiden bekunden sie ihre Treue und ihren Willen, Kraft und Liebe in die Ehe zu investieren. Jeder der Phera genannten Eide bezieht sich dabei jeweils auf ein weiteres Versprechen oder Gebet, welches Wohlstand, Nahrung und Fruchtbarkeit, ein von Krankheiten freies Leben sowie Kindersegen bringen soll.

Zugleich soll damit die besondere spirituelle Einheit zwischen Eheleuten gekräftigt werden, der den Wert der Liebe und Familie betont.

Nachdem es das Paar, das am Sonntag heiraten sollte, nicht bis zu diesen Pheras geschafft hatte, gaben beide Familien „familiäre Probleme“ als Grund für die Absage der Hochzeit an.

Quelle: unilad.co.uk