Angenommen, jemand bietet euch einen Job als Geheimagent an, würdet ihr dann Nein sagen? Vermutlich glaubt ihr, einen Dienstwagen mit Flammenwerfer und Schleudersitz gestellt zu bekommen. Dass ihr um die Welt reist und dabei mit durchschnittlich 2,3 Frauen pro Einsatz Sex habt, während um euch herum alles Mögliche explodiert. Soweit unsere Hollywood-Sicht der Dinge. Der tatsächliche Alltag eines Spions könnte allerdings kaum weiter davon entfernt sein!

Dass US-Spione nämlich gar keine verwegenen Helden, sondern auch nur Menschen sind, wissen wir spätestens, seit ein Protokoll des Generalinspekteurs der Geheimdienst-Communitys ans Licht der Öffentlichkeit kam, in welchem dieser die Aktivitäten seiner Angestellten dokumentiert.

In dem Bericht, der dem „Vice“-Magazin vorliegt, offenbart ein anonymer Mitarbeiter, dass er seine Arbeitszeit im Wesentlichen auf Online-Dating-Seiten und sozialen Netzwerken vertrödelt, „um wenig bekleidete oder nackte Frauen anzuschauen”. Wer Panik vor der totalen Überwachung hat, den beruhigt es vielleicht zu hören, dass der Spion angab, ganze 95 Prozent seiner Zeit für private Zwecke zu nutzen. Und das über seinen Geheimdienstzugang, wohlgemerkt!

Bei dem Herrn handelt es sich um einen Leiharbeiter, der im Laufe von sechs Jahren bei diversen US-Geheimdienststellen eingesetzt wurde und dabei mal eben 974.470 Dollar verdiente. Nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass er offenbar hauptsächlich Pornos geguckt hat. Insofern ist der Job vielleicht doch gar nicht so schlecht.

Dem amerikanischen Steuerzahler wird das jedoch so gar nicht schmecken. Kritiker monieren ohnehin schon, dass ausgerechnet die Geheimdienste nicht in der Lage seien, nachzuvollziehen, ob die abgerechnete Arbeitsleistung von den Mitarbeitern auch tatsächlich erbracht wurde. Äußerst zynisch, wenn man mal darüber nachdenkt. Wer überwacht die Wächter, und so …

Und um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, herrscht selbst im Büro des Generalinspekteurs höchstpersönlich allem Anschein nach eine äußerst schlüpfrige Arbeitsmoral. Dort habe dem Bericht zufolge einer der Mitarbeiter seinen Dienstzugang fast täglich für anzügliche Gespräche genutzt. Wir zitieren, denn trockener könnten wir es gar nicht formulieren:
Die Mehrheit des Sex-Chats beinhaltete Versuche, sexuelle Begegnungen nach der Arbeit zu organisieren, Beschreibungen gewünschter sexueller Handlungen und plastische Beschreibungen seiner Genitalien.

Dass der Mann seinen Job nun los ist, macht die Nummer für Amerikas Überwachungsapparat nicht weniger peinlich. Immerhin soll der sogenannte Spion während seiner Chat-Sessions sogar Kontakt zu einer Minderjährigen aus Virgina gehabt haben. Tjaja, Probleme sind halt Rudeltiere.

Quelle: mopo.de