Unlängst wurde bei der Polizei im südschwedischen Borås erbost Anzeige erstattet. Der Grund: Kinder in Gefahr, ausgerechnet in der Stadtbibliothek. Doch steckten dahinter weder geiselnehmende Terroristen noch gewaltbereite Randalierer oder gar Sexualstraftäter: Ein Bibliotheksbesucher störte sich vielmehr an einem Wort – in einem „Pippi Langstrumpf“-Hörspiel.

In der Bibliothek lauschte laut einem Bericht des schwedischen „Expressen“ eine Kinderhort-Gruppe einer alten Hörspiel-Vertonung des Kinderbuchklassikers. Der Besucher traute seinen Ohren nicht, als in der klassischen Version des Stücks plötzlich das Wort „Negerkönig“ auftauchte – der Spitzname, den Pippis Vater, Kapitän Efraim Langstrumpf, in der ursprünglichen Version trug. In modern überarbeiteten Varianten und Büchern von „Pippi Langstrumpf“ wurde dessen Adelstitel hierzulande schon 2009 gegen „Südseekönig“ ausgetauscht.

Auch andere, zu Lindgrens Zeiten gängige Gebräuche des Wortes „Neger“ wurden seitens des Verlages zugunsten eines moderneren Sprachgebrauchs ersetzt. Grund genug für den Mann, sofort die Polizei zu verständigen. Die Leiterin des Horts entschuldigte sich für den Vorfall und verwies auf die Bibliothek als Schuldigen – man müsse schließlich davon ausgehen können, dass die dort enthaltenen Inhalte aus der Kinderabteilung auch kindgerecht seien…

Quelle: faz.net