In manchen Ländern der Welt vertraut man eher auf die heilsamen Kräfte von Bier als auf Arzneien aus der Apotheke. In Teilen Afrikas setzt man das alkoholische Getränk zum Beispiel im Kampf gegen die Masern ein. Bereits Kinder und Jugendliche sollen beispielsweise in Kenia mit Bier und dem dort verbreiteten Chang'aa-Schnaps behandelt werden.

Gegen Masern soll etwa beispielsweise ein Bierbad helfen. Zweimal täglich müssen die Patienten in dieses spezielle Bad hopsen. Wiederholt wird das Ganze über fünf Tage, das soll den Ausschlag verschwinden lassen, da es die Haut langsam austrocknet. Auch Kinder behandelt man nach dieser Methode, so die kenianische Krankenschwester Margaret Muchori in einem Bericht der dpa. Bier soll auch Schwangeren gegen die Wehenschmerzen helfen, so die Überzeugung.

Großer Beliebtheit erfreut sich auch der Chang'aa-Schnaps, gebrannt aus Hirse und Mais. Ein wahres Allheilmittel, das gegen Malaria, Grippe, Parasiten und Typhus verwendet wird. Übersetzt man das suahelische Wort, dann bedeutet es so viel wie „Töte mich schnell“. Auch Kindern und Säuglingen verabreiche man den Schnaps zur Heilung von Erkältungen.

Das Fatale: Der Alkohol bekämpft nicht die Leiden, sondern führe lediglich zu einem verminderten Schmerzempfinden, so Harrison Kiambati, medizinischer Experte von Kenias Gesundheitsministerium. Viele Kenianer greifen aber nach wie vor auf die altbekannten „Heilmittel“ zurück, da sie günstiger und leichter verfügbar sind.