Es ist schon beeindruckend, was man von einer Umlaufbahn so alles per Satellit auf unserer Erde erspähen kann. Mit Googles Dienst „Google Earth“ wurde schon alles Mögliche gefunden, gerüchteweise sogar Urzeit-Seemonster oder angeblich vermisste Flugzeuge. Doch diese Nutzung des Satelliten-Dienstes dürfte absolut einzigartig sein: Im US-Bundesstaat Washington beleidigen Anwohner ihre Nachbarn seit vielen Jahren mithilfe der Satelliten-Bilder.

In der amerikanischen Kleinstadt Sequim hat – mutmaßlich – ein wütender Bauer den Schriftzug „A-Hole“, der abgekürzt für „Arschloch“ steht, in seinen Grund und Boden gemäht. Und zwar in derart gewaltiger Größe, dass man den Schriftzug auf den Satellitenfotos mühelos erkennen kann. Sogar ein Pfeil wurde hinzugefügt, der auf das Haus der Nachbarn hinweist. Der Verursacher des Reliefs soll angeblich Brian Juel sein, nachdem er mit seinen Nachbarn in Streit geraten war. Auf seinem Grund und Boden befindet sich das Getreide-Graffiti nämlich.

Juels Anrainer, die Zechenellys, hatten bereits vor acht Jahren ihre Garage neu gestrichen – in Lila. Die anderen Anwohner fühlten sich durch die eigentümliche Farbwahl belästigt und sahen darin eine Wertminderung ihrer Häuser. Auch eine Petition gegen den Garagenanstrich blieb erfolglos. Die unschöne Reaktion in der Gegend: Jemand warf den Mähdrescher an und setzte den Zechenellys ein kolossales Denkmal, das sich die ganze Welt auf „Google Earth“ dauerhaft ansehen kann – ob es jedoch wirklich Brian Juel war, ist nicht erwiesen. Der Schriftzug tauchte jedenfalls zwischen 2011 und 2013 zum ersten Mal auf dem Feld auf, war dort bis 2016 noch zu finden.


Solltet ihr mehr sehen wollen als nur ein Foto auf unserer Seite, öffnet einfach „Google Earth“ und schaut euch das Kunstwerk unter diesen Koordinaten selbst an. Es befindet sich rechts über dem Marker, steht jedoch auf dem Kopf:

48°08'34.0"N 123°10'10.0"W