Wer im Kino schon genervt ist, wenn irgendjemand im Publikum geräuschvoll seine Tüte mit Chis öffnet – natürlich nur, um beim anschließenden Verzehr des Inhaltes sogar noch mehr Lärm zu machen – der dürfte kürzlich in einem Kino in Osnabrück endgültig den Glauben daran verloren haben, dass der menschlichen Rasse grundsätzlich Intelligenz in die Wiege gelegt worden ist. Denn dort führte eine unüberlegte Technik beim Öffnen eines Bieres dazu, dass der gesamte Saal von der Polizei geräumt werden musste.

Warum der Knabe sich seine Flasche nicht am Tresen hat öffnen lassen, oder ob er diese gar heimlich ins Kino geschmuggelt hat, ist nicht überliefert. Aber wenn man darin geübt ist, so bekommt man so ein Bier ja schließlich ohne weiteres mit so ziemlich allem auf, was nicht bei Drei auf den Bäumen ist. Feuerzeuge, Schlüssel, jedwede Kante ist ein potentieller Öffner. Doch leider stand dem Mann nichts davon zur Verfügung. Was er aber bei sich hatte, war eine Kartusche Pfefferspray.

Wie ihr sicherlich schon erahnen könnt, ging die Sache gehörig schief. Tatsächlich schlug die Dose leck und Reizgas trat aus, um sich naturgemäß im Raum zu verbreiten. Der 29-Jährige versuchte noch panisch, mit seinen Fingern die beschädigte Stelle abzudichten, aber vergebens. Letzten Endes brach Chaos aus und über 200 Leute stürmten aus dem Kinosaal.

Der Chef des Kinos verständigte sofort die Polizei und bot den – Achtung! – „gereizten“ Gästen eilig freie Getränke an. Zwar konnte der Film nach einer halben Stunde Durchlüften noch gestartet werden, doch mit großer Wahrscheinlichkeit steht dem durstigen Mann eine saftige Rechnung für den Polizeieinsatz ins Haus.

Da sich bisher allerdings noch niemand bei der Polizei als verletzt gemeldet hat, kann wohl immerhin von einer Anzeige wegen fahrlässiger Körperverletzung abgesehen werden. Von daher nahmen es die Beamten mit Humor und ließen es sich nicht nehmen, auf Facebook augenzwinkernd zu warnen: „Bierflaschen bitte nicht mit Pfefferspraykartuschen öffnen. Auch nicht mit Handfeuerwaffen, Granaten, Bajonetten, Fliegerbomben oder Schlagringen.“

Wie es man es dagegen richtig macht, demonstriert das folgende Video auf äußerst eindrucksvolle Art und Weise.