Kinder sind unsere Zukunft und der ganze Stolz ihrer Väter. Nichts lässt sich mit dem Gefühl vergleichen, sie aufwachsen und die Welt entdecken zu sehen. Zu erleben, wie sie vom winzigen hilflosen Geschöpf zu einem selbstständigen Menschen heranwachsen. Wichtig für diese Entwicklung ist natürlich der Spieltrieb. Manchmal müssen wir ihm als Väter leider Grenzen setzen. Doch wenn das Ganze jetzt schon auf einer Spielstraße nötig ist und sich auch noch ein Amt einschaltet, muss etwas gewaltig schiefgelaufen sein. Sollte man meinen.

So erging es nämlich einer Siebenjährigen aus Neuruppin. Weil ihre Familie zu Christi Himmelfahrt Besuch bekommen sollte, wollte die Kleine für einen standesgemäßen Empfang sorgen – und den Ankömmlingen hübsche Parkplätze malen. In Blau, Weiß und Pink sowie mit einem großen „P“ verziert, damit es am Sinn der Zeichnungen auch nicht den geringsten Zweifel gibt. Mit Kreide, wohlgemerkt. Das Unfassbare: die harmlose Kindermalerei, noch dazu auf einer Spielstraße (!), wurde angemahnt und das Ordnungsamt leitete ein Bußgeldverfahren gegen die Eltern ein.

Laut Paragraf 4 der Stadtverordnung war die „Verunreinigung“ der Straße nämlich illegal. So räumte das Amt der Familie einen Tag Zeit ein, sie zu entfernen – andernfalls würde es ein Unternehmen mit der Reinigung beauftragen. Dessen Kosten wären, wie auch bei Graffiti üblich, von der Familie zu tragen. Die wusste sich zu helfen: Die Oma entfernte die unerwünschten Kreidezeichnungen mit Hilfe eines Gartenschlauchs.

Mann.tv meint: Väter, passt gut auf eure Kinder auf. Denn sonst kommt das Ordnungsamt und lässt mal so richtig badass-mäßig (und ordentlich) den Strafzettelblock raushängen. Nicht schlecht, Ordnungsamt Neuruppin, nicht schlecht. Das vielleicht letzte Kind dieser Welt, das noch draußen spielt und nicht vor der Glotze oder einer Spielekonsole verblödet – und ihr holt den Jurahammer raus. Chapeau.