Überkommt euch an einem lauen Sommerabend an einem See nicht auch manchmal der Wunsch, euch einfach die Klamotten vom Leib zu reißen und euch mit wehendem Gemächt nackt in die Fluten zu stürzen?! Zu spüren, wie das kühle Nass eurem besten Stück ohne textile Grenzen die Hand reicht? Ganz ungezwungen und natürlich … klingt irgendwie ganz nett, kann aber auch übel enden. So wie kürzlich in Augsburg, wo bei einem Angler einen ganz besonderen Fisch anbiss.

Denn dort, am lauschigen Kaisersee, geht ein Mann regelmäßig nackt Baden. Quietschfidel wie ein Delfin planschte er auch an diesem Abend im Wasser herum, bis er ein Ziehen im Lendenbereich verspürte. „Nanu“, dachte der freizügige Herr, „Hat mich da etwa eine Schlingpflanze an der Boje gepackt?

Nein, eine Schlingpflanze war es nicht, die sich dort in seinem Glockenschlegel verfangen hatte. Wie der Knabe mit Entsetzen feststellen musste, handelte es sich dabei nämlich um einen Angelhaken! Und am anderen Ende der Sehne saß auch der dazugehörige Fischer am Ufer, der nun glaubte, etwas Großes gefangen zu haben.

In grausiger Erwartung dessen, was nun kommen musste, begann der Schwimmer zu schreien:
NICHT ZIEHEN! NICHT ZIEHEN!“ und schwamm dem Angler rasch entgegen. Dieser hat wohl auch noch nicht erlebt, dass die Beute einfach so zu ihm an Land gehüpft kommt, wird bei dem Anblick allerdings wohl auch keinen besonderen Appetit auf Fisch verspürt haben.

Nachdem die Versuche, den Angelhaken eigenmächtig zu entfernen, scheiterten, kappte der Schwimmer mit einer Zange des Anglers das elende Ding – oh Gott, nicht falsch verstehen: den Haken! Er kappte den Haken!!! – flitzte zu seinem Fahrrad, radelte heim und von dort aus ging's mit dem Auto weiter in die Notaufnahme.

Später sollte der Verletzte, der seine Geschichte aber nicht seinen Namen der Augsburger Allgemeinen preisgab, berichten:
Der Arzt konnte sich verständlicherweise ein Grinsen nicht verkneifen.

Dieser entfernte fachmännisch den Haken, versorgte die Wunde und erteilte dem Patienten eine Woche Schwimm- und Duschverbot.

Ich weiß, dass an dem See Fischer sind. Diesen Mann habe ich aber nicht gesehen“, erklärt der unglückliche Aal-Besitzer. Laut dessen Ausführungen hatte sich der Angler übrigens erstaunlich kaltschnäuzig gezeigt:
Er erklärte mir, dass dies kein offizieller Badesee und er berechtigt sei, hier zu fischen, und dies auch durch Schilder gekennzeichnet sei. Ich versuchte, ihm klarzumachen, dass es durchaus ein Badesee ist und er auf die Schwimmer achten muss und ich kein Badeverbot mit entsprechendem Schild kenne.

Quelle: 20min.ch